Brugg-Windisch
800. Mahnwache: Die Atomkraftgegner sind hartnäckig

Grossaufmarsch der Atomkraftgegner auf dem Campusplatz in Brugg-Windisch: Am Mittwoch haben sie sich – vier Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima – zur 800. Mahnwache versammelt, um an einem denkwürdigen Tag ein Zeichen zu setzen.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Mahnwache Brugg-Windisch
7 Bilder
Sie halten hartnäckig am Atomausstieg fest
SP-Einwohnerrat Suat Karavus bei seiner Ansprache
Maya Haus und Masato Yamamoto bei ihrer Ansprache
Die Atomkraftgegner setzen sich für ihre Anliegen ein
Auch er nimmt teil an der Mahnwache
Anwesend sind Atomkraftgegner aus verschiedenen Regionen und Nationen

Mahnwache Brugg-Windisch

Michael Hunziker

Es war eine friedliche, von Alphornklängen umrahmte Kundgebung. Die über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Redner liessen indes keinen Zweifel daran aufkommen, dass ihr Wille ungebrochen ist, dass sie hartnäckig an ihrer Forderung festhalten: Die Atomkraftwerke sollen stillgelegt werden.

Kaspar Schuler, Geschäftsleiter der Allianz Atomausstieg, richtete seine Kritik an das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) mit Sitz in Brugg. Dieses schütze die Betreiber der Atomkraftwerke statt die Bevölkerung. Schuler nannte als Stichworte die Hochwasserrisiken oder die Erdbebensicherheit. Seit Jahren werde auf diese Missstände hingewiesen, mit Anfragen, Einsprachen, gerichtlichen Beschwerden, hielt er fest. Die Kritiker aber würden vertröstet, blockiert, desinformiert und hingehalten. «Umso wichtiger ist es, dass wir heute gemeinsam hier stehen.»

Masato Yamamoto, Swiss Ajisai-no-Kai, las eine Grussbotschaft aus Fukushima. Maya Haus, die für die SP-Fraktion im Windischer Einwohnerrat sitzt, übersetzte. Erwähnt wurden im Schreiben aus Japan die rund 6000 Arbeiter, die sich täglich unter hoher Verstrahlungsgefahr und harten Bedingungen um die Aufräumarbeiten kümmern. Der Zustand des vom Unfall betroffenen Gebiets gleiche einem Schlachtfeld. «Dagegen ist positiv zu verzeichnen, dass die Zahl der Bürger und Bürgerinitiativen zunimmt, die selbst auf gerichtlichem Wege gerechte Entschädigung einklagen.»

Suat Karavus, SP-Einwohnerrat in Windisch, sowie Kardele Karavus aus Windisch verlasen – auf deutsch und türkisch – die Grussbotschaft der Anti-Atom-Plattformen Sinop und Mersin. «Wenn man sich einmal für die Kernenergie entschieden hat, ist man für tausende Jahre zum Scheitern verurteilt», führten sie aus. Aus diesem Grund sei der Kampf so wichtig. «Weder in Sinop noch in Mersin, weder in der Türkei noch in der ganzen Welt wollen wir Atomkraftwerke.»

Atomkraftgegner Heini Glauser aus Windisch, einer der Initianten der Mahnwache, zeigte sich positiv überrascht und zufrieden über das rege Interesse sowie über die vielen Anwesenden jeden Alters aus verschiedenen Nationen. Diese Durchmischung sei erfreulich, eröffne neue Sichtweisen und diene überdies der Vernetzung.