Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Tiefenlager in der Schweiz erwägt die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), Sondierbohrungen im Krähtal Riniken durchzuführen. Dazu hat die Nagra im Februar 2017 ein Gesuch eingegeben. Aus den Einsprechern hat sich daraufhin Widerstand formiert gegen den Bohrplatz. Die betroffene Bevölkerung fordert unter anderem Massnahmen zum Schutz des Naturschutzgebiets, aber auch Massnahmen gegen die doppelte Lärmbelastung, die vom Schiessplatz Krähtal und dem Nagra-Bohrplatz ausgehen würde, sowie einen sicheren Schulweg für die Kinder.

Seit eineinhalb Jahren hat die Interessengemeinschaft Attraktives Riniken (IG ARI) diese Probleme öffentlich dargelegt. Doch bis heute habe die Nagra keine rechtlich verbindliche Lösung zum Thema Lärm oder zum Schutz des Naturschutzgebiets aufgezeigt, hält die IG ARI fest. Damit Forderungen aus der Bevölkerung ernst genommen und umgesetzt werden, hat die IG ARI Ende März eine Petition lanciert. Insgesamt 731 Unterschriften konnten Ralf Seidel und Astrid Baldinger vom ARI-Kernteam am Donnerstagabend im Beisein von Vizeammann Beatrice Bürgi, Gemeinderätin Marianne Erne sowie etwa 15 Unterschriftensammlern Gemeindeschreiber Martin Maumary überreichen.

Jeder dritte Riniker unterschrieb

Von den gesammelten Unterschriften stammen 487 oder 66,6% aus Riniken. «Aktuell zählt Riniken 1461 Einwohner. Das sind weniger als auch schon», sagte Astrid Baldinger in ihrer Rede vor dem Gemeindehaus Riniken. Die restlichen Unterschriften stammen von Leuten, die in den anliegenden Strassen in Brugg oder der Region wohnen und auch solchen, die sich mit Riniken sonst verbunden fühlen.

«Es braucht diesen Druck aus der Bevölkerung, sonst erreicht der Gemeinderat Riniken gegen die Nagra nichts», fuhr Baldinger fort. Die Aktion sei ein immenser Aufwand gewesen, der sowohl von den Sammlern wie von den Unterzeichnern Mut erfordert habe. Vizeammann Beatrice Bürgi dankte den Anwesenden für das stets fundierte Engagement zugunsten der Gemeinde: «Ihr macht einen Weg und wir machen einen Weg.» Im Gebiet Jura Ost (Bözberg) wird die Nagra in den nächsten Wochen den ersten bewilligten Bohrplatz in Effingen einrichten.