Brugg

700 Kinder sollen sagen, wo es gefährlich ist

Sibylle Michel ist überzeugt, dass Schüler die gefährlichen Stellen auf ihrem Schulweg kennen. BY

Sibylle Michel ist überzeugt, dass Schüler die gefährlichen Stellen auf ihrem Schulweg kennen. BY

Die Interessengemeinschaft Verkehrssicherheit möchte Schüler nach Gefahrenstellen auf ihrem Schulweg befragen.

Die Stadt erlebt momentan eine Phase intensiver Bautätigkeit. Vieles ist im Umbruch und gerade beim Verkehr macht Brugg momentan eine rege Entwicklung durch. Engagierte Nutzer von städtischen Strassen und Wegen haben sich deshalb zur IG Verkehrssicherheit formiert. Als politisch unabhängige Institution setzen sie sich mit Aktionen und Projekten für die Verkehrssicherheit ein. «Wir möchten einen Beitrag leisten, damit sich alle Einwohner sicher im Verkehr bewegen können und sich geschützt fühlen», steht als Credo auf der Website (www.ig-verkehrssicherheit.ch).

Ambitiöses Projekt lanciert

Die Schulwege sind dabei ein zentrales Thema für den erst seit zwei Jahren bestehenden Verein. Diesbezüglich hat vor kurzem ein Projektteam ein ambitiöses Projekt lanciert: Mit dem Rückhalt und der Unterstützung der Stadt und der Schulpflege Brugg will man die Schülerinnen und Schüler aller Unterstufen nach ihrem Schulweg befragen. Ziel ist es, die Kinder gefährliche Stellen aus ihrem eigenen Blickwinkel benennen und beurteilen zu lassen. «Dieser Blickwinkel ist oft ein ganz anderer, als ihn wir Erwachsenen haben», sagt Sibylle Michel, die als Vorstandsmitglied der IG Verkehrssicherheit im Projekt an vorderster Front mit dabei ist.

Noch vor den Sommerferien sollen die Schülerinnen und Schüler der Brugger Primarschulen und Kindergärten einen Fragebogen mit nach Hause bekommen, den sie selbst (2.-5. Klasse) oder mit ihren Eltern zusammen (Kindergarten und 1. Klasse) ausfüllen und wieder zurückbringen sollen. Insgesamt 700 bis 800 Fragebögen sollen herausgegeben werden, zwischen 500 und 600 Fragebögen erwartet Sibylle Michel zum Auswerten zurück. Die Idee sei keine ganz Neue, wie Michel berichtet: Im innerschweizerischen Stans hätten Schule und Stadtbehörden eine ähnliche Schülerbefragung erfolgreich durchgeführt. Bevor die Fragebögen hier in Brugg verteilt würden, solle ein Antrag an den Stadtrat gutgeheissen werden. Auch auf die Unterstützung der Schulbehörden dürfe man hoffen: «Beide Instanzen haben Kooperationsbereitschaft signalisiert.»

Einfache, wenige Fragen

«Wie kommst Du zur Schule? Alleine oder in Gruppen? Wie bist Du unterwegs? Zu Fuss? Mit Kickboard, Velo oder Bus? Oder wirst Du mit dem Auto zur Schule gebracht? Die Initianten des Fragebogens beschränken sich auf wenige, aussagekräftige Fragen, wobei meistens eine Anzahl Antworten angekreuzt werden kann.

Nach einem ersten Auswertungsschritt will man gewisse Fakten auch grafisch erhärten können. «Wir werden dann ein paar interessante Aussagen zu den Brugger Schulwegen machen können», sagt Michel optimistisch. «Toll wäre es insbesondere, die meistgenutzten Schulwege in Brugg grafisch nachzuzeichnen und zu vergleichen, inwiefern sie mit den Plänen und den Massnahmen der Stadt übereinstimmen.»

Letztlich hofft die IG Verkehrssicherheit, der städtischen Verkehrskommission mit den Daten zusätzlichen, wertvollen Input zu geben. Sybille Michel fände es schön, wenn mittelfristig dank der Fronarbeit der IG Verkehrssicherheit einige Hotspots in Brugg entschärft werden können. Als dringendes Beispiel fällt ihr dabei die Laurstrasse ein.

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