Die IT-Firma Green.ch ist auf Expansionskurs, der Platz wird allerdings knapp in Lupfig. Geplant ist ein neues Datacenter, um die zunehmende Nachfrage decken zu können. «Wir wollen hier weiter wachsen, sowohl mit unseren Mitarbeitenden als auch mit unseren Kunden, die wir hierherholen», sagt Verwaltungsratspräsident Franz Grüter.

Der geplante Neubau – eine Investition von rund 70 Mio. Franken notabene – sei zudem ein starkes Bekenntnis zum Standort Aargau sowie zum Datacenter-Geschäft. «Wir glauben fest daran, Lupfig als wichtigen internationalen Datenhub verankern zu können», stellt Grüter fest. Die Infrastruktur sei optimal, fügt er an und verweist auf das dichte Datennetz, die sehr gute Stromversorgung sowie die zentrale Lage. Kurz: «Wir setzen langfristig, auch über das Modul C hinaus, auf Lupfig», versichert der Verwaltungsratspräsident.

Sicherheit hat oberste Priorität

Beim Neubau ist die Rede vom sogenannten Modul C mit Namen «Lupin 3». Das Rechenzentrum wird, stellt die IT-Firma in Aussicht, in Sachen Technologie, Leistung und Sicherheit neue Massstäbe setzen. Es wird um ein Stockwerk höher gebaut als die bisherigen Module und dadurch auch mehr Fläche bieten. «Auf Kundenwunsch erhöhen wir die elektrische Leistung und bieten dadurch mehr als die doppelte Leistungsdichte.»

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Bürogebäude seien die technischen Anforderungen an ein Datacenter viel komplexer, wird auf die Herausforderungen beim Vorhaben hingewiesen. Spezialisten und Ingenieure aus den unterschiedlichsten Disziplinen seien zuständig für die Planung. Die Auswahl der geeigneten Technologien und Anlagen, um eine lückenlose Stromversorgung sowie eine energieeffiziente Kühlung umzusetzen, seien anspruchsvoll. Oberste Priorität hätten die Bereiche Sicherheit und Verfügbarkeit. Wann genau der Bau beginnt, steht gemäss Green.ch noch nicht definitiv fest, der genaue Zeitplan sei abhängig von den in der gegenwärtigen Planungsphase anstehenden Schritten. Das Baugesuch für den Neubau des Datacenters «Lupin 3» samt Büro, Lagerflächen und Anlieferung liegt noch bis 2. Juli auf.

Mehr als 20 Jahre Erfahrung

Green.ch gilt als fünftgrösster Internetanbieter der Schweiz, beschäftigt rund 120 Mitarbeitende und betreibt insgesamt fünf Rechenzentren. Gegründet wurde das Unternehmen 1995 durch den Schweizerischen Bauernverband unter dem Namen Agri.ch. Neben der – nach wie vor wichtigen – Tätigkeit als Internetprovider arbeitet das Unternehmen heute in verschiedenen Bereichen. Digitalfernsehen und Telefonie lauten etwa die Stichworte, oder aber Websites, E-Mail-Verkehr und Serverbetrieb. 2002 wurde der Betrieb eigener Rechenzentren aufgenommen.

In Lupfig konnte 2016 der Innovation Tower bezogen werden. Im Gebäude werden auch Büroflächen an Dritte vermietet, eingezogen ist ebenfalls ein Fitnesscenter. Dieses Jahr sind die Green.ch AG sowie die Green Datacenter AG übernommen worden von der französischen Beteiligungsgesellschaft InfraVia Capital Partners, die auf Infrastrukturen spezialisiert ist.