Brugg

7 Friseure auf 270 Meter: Die Altstadt hat jetzt eine Coiffeur-Strasse

Früher war hier die Boutique Apart mit Wohnaccessoires und Geschenken eingemietet, gestern Donnerstag hat Taher Djoora seinen Barber-Shop eröffnet.

Taher Djoora betreibt an der Hauptstrasse neu einen Barber-Shop, in der 270 Meter langen Begegnungszone zwischen «Rotes Haus» und Vorstadt ist dieser das siebte Coiffeur-Geschäft

Während Tagen war das Schaufenster des Geschäftslokals in der Liegenschaft «Rotes Haus» an der Hauptstrasse in der Brugger Altstadt mit Zeitungspapier zugeklebt. Seit dem 1. Mai ist nun der Blick ins Lokal neben der «Heilbar» frei. Am Tag der Arbeit stand die Tür offen und im Innern des Barber-Shops waren Männer damit beschäftigt, die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung gestern Donnerstag zu treffen.

Schon während des Gesprächs mit dieser Zeitung musste Geschäftsinhaber Taher Djoora den ersten Kunden auf den nächsten Tag vertrösten. Mit der Eröffnung des Barber-Shops gibt es auf der 270 Meter langen Hauptachse – zwischen dem «Roten Haus» und dem nördlichen Ende der Alten Aarebrücke – neu total sieben Coiffeur-Geschäfte. So viele wie noch nie. Nicht mitgezählt sind inoffizielle Salons, die in Privatwohnungen betrieben werden.

Einen Traum im Zentrum erfüllt

Taher Djoora ist 35 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Afghanistan. In der Brugger Altstadt erfüllt er sich als Mieter mit dem Barber-Shop zum ersten Mal den Traum von einem eigenen Geschäft. Der Vater einer zweijährigen Tochter ist seit sechseinhalb Jahren in der Schweiz und wohnt mit seiner Familie in Neuenhof. Zuvor war er unter anderem in Zürich und in Baden als Herrencoiffeur angestellt.

Von Anfang an war für Djoora klar, dass er mit dem eigenen Geschäft ins Zentrum wollte. Die Lage am oberen Ende der Altstadt findet er ideal. «Ich habe Parkplätze vor dem Haus und ein Parkhaus in der Nähe.» Dass es bereits sechs Coiffeur-Geschäfte in der Nähe hat, ist für den 35-Jährigen kein Problem. Er ist überzeugt, dass er mit dem Angebot für Herren – vor allem solche mit Bart – und Buben eine Nische füllt.

Vorerst wird Djoora den Barber-Shop von Montag bis Samstag alleine führen. Je nach dem, wie sich die Nachfrage entwickelt, wird er Angestellte hinzuziehen. Drei Arbeitsplätze sind im 40 Quadratmeter grossen Lokal jedenfalls schon mal vorhanden. Was noch fehlt, sind die Website und die Verkaufsecke.

In Afghanistan angefangen

Mit 12 Jahren hat Taher Djoora in Afghanistan angefangen, neben der Schule bei einem Herrencoiffeur zu arbeiten. Über Putz- und Hilfsarbeiten habe er sich über viele Jahre zu einem Master hochgearbeitet, erzählt er. Später war er im Iran und in der Türkei im selben Metier tätig. Da Männer in Afghanistan und im Iran den Frauen die Haare nicht schneiden dürfen, lernte er dies erst in der Türkei. In Brugg ist es ihm wichtig, guten Kontakt zu den Nachbarn zu pflegen und den Beruf mit Freude ausüben zu können. «Ich will für gute Stimmung sorgen», so Djoora.

Die Altstadt beleben wollen auch Geschäftsleiterin Béatrice Hatt und ihr Team seit dem 6. April mit dem Salon Ponyab im ehemaligen «Pfauen». Das integrierte Café steht nicht nur für Coiffeur-Kundschaft, sondern auch für Passanten und Touristen offen. Vom Beauty-Salon Alea an der Hauptstrasse 38, der seit vier Jahren in Betrieb ist, konnte der AZ niemand Auskunft geben.

Die AZ hat bei den Coiffeursalons nachgefragt: Was halten Sie davon, dass es zwischen "Rotes Haus" und Vorstadt sieben Coiffeur-Geschäfte gibt?

«Für uns sind die neuen Geschäfte keine Konkurrenz. Seit 15 Jahren ist hier ein Coiffeur-Salon. Wir haben viele Stammkunden und dank dem Internet regelmässig neue Kunden, die unsere Arbeit – wir sind alle gut ausgebildet – schätzen und dafür einen anständigen Preis bezahlen.»

Michelle Wernli, La Estrada

«Für uns sind die neuen Geschäfte keine Konkurrenz. Seit 15 Jahren ist hier ein Coiffeur-Salon. Wir haben viele Stammkunden und dank dem Internet regelmässig neue Kunden, die unsere Arbeit – wir sind alle gut ausgebildet – schätzen und dafür einen anständigen Preis bezahlen.»

«Ich finde es schon fast etwas übertrieben, dass nun so vieleCoiffeure auf so kleinem Raum sind. Aber jeder bietet seinebesonderen Leistungen an und hat seine eigene Kundschaft. Ich sehe die anderen nicht als Konkurrenz. Wir sind seit einem Jahr hier. »

Leonora Molina, Akam Coiffeur

«Ich finde es schon fast etwas übertrieben, dass nun so vieleCoiffeure auf so kleinem Raum sind. Aber jeder bietet seinebesonderen Leistungen an und hat seine eigene Kundschaft. Ich sehe die anderen nicht als Konkurrenz. Wir sind seit einem Jahr hier. »

«Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich bin Bruggerin und habe eine treue Stammkundschaft. Vor acht Jahren bin ich mit meinem Salon vom Neumarkt in die Altstadt gezogen. Im Juni zügle ich infolge Liegenschaftsverkauf drei Häuser weiter an die Hauptstrasse 32.»

Susanne Käppeli, Susann’s Hair-Team

«Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich bin Bruggerin und habe eine treue Stammkundschaft. Vor acht Jahren bin ich mit meinem Salon vom Neumarkt in die Altstadt gezogen. Im Juni zügle ich infolge Liegenschaftsverkauf drei Häuser weiter an die Hauptstrasse 32.»

«Wenn es immer mehr Coiffeur-Geschäfte gibt, geht die Vielfalt in der Altstadt verloren. Der Wettbewerb wird grösser. Die Qualität darf nicht leiden. Ich habe für den Beruf vier Jahre gelernt – drei Jahre Damen und ein Jahr Herren – und führe meinen Salon seit neun Jahren.»

Andrea Berger, Coiffeur Art Visagist

«Wenn es immer mehr Coiffeur-Geschäfte gibt, geht die Vielfalt in der Altstadt verloren. Der Wettbewerb wird grösser. Die Qualität darf nicht leiden. Ich habe für den Beruf vier Jahre gelernt – drei Jahre Damen und ein Jahr Herren – und führe meinen Salon seit neun Jahren.»

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