Der Legionärspfad Vindonissa gehört heute zu den meistbesuchten Kultur- institutionen im Aargau. Seit der Eröffnung im Jahr 2009 haben bereits über 300'000 Personen auf dem Areal des früheren römischen Legionslagers von den vielfältigen Angeboten Gebrauch gemacht. So übernachten pro Saison rund 4000 Menschen in den rekonstruierten Legionärsunterkünften Contubernia. 65 Prozent der Besucher stammen aus anderen Kantonen und dem Ausland.

Damit erreicht der Legionärspfad unter den Aargauer Kulturinstitutionen eindeutig die höchste nationale Ausstrahlung. Das attraktive Angebot innerhalb der Schweizer Tourismuslandschaft wurde denn auch 2011 mit der Verleihung des «Milestone», der wichtigsten Schweizer Tourismus-Auszeichnung, honoriert.

Hauptquelle für die Finanzierung des Legionärspfads war von Beginn an der Swisslos-Fonds. Diese Unterstützung läuft jedoch Ende 2019 aus. Deshalb schlägt der Regierungsrat vor, den Legionärspfad dauerhaft als neuen Standort von Museum Aargau zu führen und künftig über die ordentliche Staatsrechnung zu finanzieren. Der Nettoaufwand des Kantons für den Betrieb beträgt 680'000 Franken pro Jahr.

Bemerkenswert ist, dass der Legionärspfad heute schon eine überdurchschnittlich hohe Eigenfinanzierung erreicht; im Jahre 2017 waren es 48 Prozent der Betriebskosten oder 606 000 Franken. Damit erzielte der Legionärspfad den höchsten Eigenfinanzierungsgrad aller kantonaler Kulturinstitutionen. 32 Prozent dieser Einnahmen stammten von den Unterkünften, 29 Prozent von den Eintritten. Der Aufbau und die Weiterentwicklung des Legionärpfads konnten bisher auch dank Drittmitteln finanziert werden. So unterstützt beispielsweise Coop als Hauptsponsor den Legionärspfad bis mindestens 2019.

Breite Unterstützung

In der Anhörung zur finanziellen Unterstützung durch den Kanton gingen 41 Stellungnahmen ein. Praktisch alle Teilnehmer befürworteten den beantragten Betriebsbeitrag und sprachen sich für eine Weiterführung des Legionärpfades aus. Wie alle Parteien äusserten sich auch SVP und EDU positiv; angesichts der prekären Finanzlage des Kantons meldeten sie aber Bedenken an betreffend der Konsequenzen, welche die Überführung des Legionärpfads in die ordentliche Staatsrechnung für die Kantonsfinanzen hätte.

Es ist zu erwarten, dass der Grosse Rat den den jährlichen Betriebsbeitrag überaus deutlich bewilligen wird.