In Mülligen haben sich die gemeinderätliche Arbeitsgruppe Lindenacher-Ost sowie die Holcim auf eine Lösung geeinigt. Diese regle den Kiesabbau langfristig und sehe eine angemessene Entschädigung für die Gemeinde vor, heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

Die sogenannte Inkonvenienzzahlung wurde neu nicht auf Basis eines Preises pro Kubikmeter verhandelt. Festgelegt haben sich die Parteien «auf ein einfaches und direktes Abrechnungssystem sowie auf eine der Gemeinde vertraglich zustehende Gesamtsumme».

Konkret steht der Gemeinde Mülligen neu eine jährliche Entschädigung von 670000 Franken zu. Der ursprünglich vorgesehene Preis in Kubikmeter wurde um 20 Prozent angehoben. Zudem regelt der Inkonvenienzvertrag die Form der Zusammenarbeit zwischen der Holcim und der Gemeinde sowie den Einwohnern von Mülligen, heisst es weiter in der Medienmitteilung. «Dazu gehört ein regelmässiger Austausch sowie die stete Begleitung der Abbautätigkeit durch die Gemeinde.»

Sowohl der Gemeinderat als auch die Vertreter der Arbeitsgruppe Lindenacher-Ost und die Holcim äussern sich in der Medienmitteilung überzeugt, «dass die vorliegende Lösung sämtlichen Bedürfnissen gerecht wird und einen nachhaltigen Kiesabbau in den nächsten Jahrzehnten ermöglicht». Am 14. Juni wird der Gemeinderat das Geschäft «Teilnutzungsänderung Lindenacher-Ost» der Gemeindeversammlung vorlegen.

Rückblick: Im November des letzten Jahres wiesen die Stimmberechtigten die Kiesabbau-Erweiterung zurück und beauftragten den Gemeinderat, mit der Holcim Kies und Beton AG bessere Bedingungen auszuhandeln. Umstritten war die sogenannte Inkonvenienzentschädigung für die mit dem Kiesabbau verbundenen Unannehmlichkeiten wie Staub, Lärm, Verkehr oder Beeinträchtigung der Landschaft. Der Gemeinderat Mülligen hat in der Folge die Verhandlungen mit Vertretern der Arbeitsgruppe Lindenacher-Ost sowie der Holcim einberufen.

Ziel sei es gewesen, «eine gemeinsame Lösung zu finden, welche die Abbau- und Auffülltätigkeit durch Holcim in der Gemeinde Mülligen für die nächsten Jahrzehnte und damit eine langfristige Versorgung der Region mit wichtigen Rohstoffen sicherstellt», wird in der Medienmitteilung ausgeführt. «Die Parteien haben die bestehende Form der Zusammenarbeit sowie die Höhe der Inkonvenienzzahlung geprüft und haben sich auf eine für alle Parteien annehmbare Lösung geeinigt.»