«Was lange währt, wird endlich gut – hoffentlich», meinte Gemeindeammann Schebi Baumann an der öffentlichen Vorstellung des Werkhof-Projekts. Er spielte damit auf die lange Vorgeschichte des Vorhabens an. Bereits 1989 waren Mittel für einen Projektwettbewerb für einen Werkhof im Gebiet Winkel bewilligt worden. 1992 hatte die Gemeindeversammlung das Projekt jedoch abgelehnt.

Nach längerer Funkstille war 2007 eine Machbarkeitsstudie erarbeitet worden, die aber, bedingt durch den Zusammenschluss der Feuerwehr Geissberg und den Ausbau des Feuerwehrmagazins, nicht mehr weiterverfolgt wurde.

Jetzt aber soll das Gebäudeensemble mit dem sogenannten Feldweibelhaus im Winkel definitiv aus seinem Dornröschenschlaf aufgeweckt werden. Im vergangenen Jahr erhielt das Büro André Jacquat, Architektur und Baumanagement GmbH aus Villigen, den Auftrag, ein neues Konzept für einen Werkhof im Winkel zu erarbeiten. Gleichzeitig setzte der Gemeinderat eine Kommission «Werkhof Villigen» ein.

Neuer Parkplatz für Trotte

«Heute verfügt das Bauamt über Lager- und Einstellplätze an verschiedenen Standorten», erklärte André Jacquat bei der Präsentation seines Konzepts. «Man möchte aber alles an einem Ort konzentrieren. Das Gebiet im Winkel liegt zwar in der Zone für öffentliche Bauten. Die Problematik besteht aber darin, dass das Feldweibelhaus unter Substanz-, und die dazugehörende Scheune teilweise unter Volumenschutz steht.»

Diese Problematik wird auf elegante Weise gelöst, indem das Feldweibelhaus saniert und zu einem Wohnhaus mit drei 2½-Zimmer-Wohnungen wird. Die Scheune erhält einen Anbau, um den nötigen Platz für das Bauamt zu schaffen. Zudem wird im Bereich des heutigen eher provisorischen Parkplatzes hinter dem Feuerwehrgebäude ein zweigeschossiger Annexbau erstellt, der sowohl dem Bauamt als auch dem Forstbetrieb dient.

Der bestehende Parkplatz wird zum Vorplatz für den Werkhof. Ein neuer Parkplatz mit insgesamt rund 70 Plätzen, davon 50 auf Hartflächen – der vor allem der Trotte dient – wird nördlich der Feldweibelscheune erstellt. Über diesen Parkplatz wird auch der neue Entsorgungsplatz erschlossen.

Keine Steuerfusserhöhung geplant

Die Kosten für das gesamte Projekt werden mit 5,9 Millionen Franken beziffert. Davon entfallen auf den Werkhof-Neubau und den Annexbau 3,3 Millionen Franken sowie 1,6 Millionen Franken auf den Umbau des Feldweibelhauses und eine Million Franken auf die Umgebung mit dem neuen Parkplatz, dem Spielplatz und dem neuen Entsorgungsplatz. An der öffentlichen Vorstellung fand das Werkhof-Projekt eine gute Aufnahme.

Auskunft wurde zu verschiedenen Details und zu den finanziellen Konsequenzen gewünscht. Stefan à Porta, Leiter der Abteilung Finanzen der Gemeinde Villigen, konnte aber dahin beruhigen, dass aufgrund der heutigen Erkenntnisse das Projekt ohne eine Anpassung des Steuerfusses finanziert und die Abschreibungen aus der Erfolgsrechnung bestritten werden könnten – immer vorausgesetzt, dass auf der Einnahmeseite keine wesentlichen negativen Änderungen eintreten.

Das nächste Wort in Sachen Werkhof wird der Souverän am 20. November an der Gemeindeversammlung haben. Ihm wird das Gesamtkreditbegehren von 5,9 Millionen Franken vorgelegt. Vorgängig hat die Ortsbürgergemeindeversammlung über einen Beitrag von einer Millionen Franken an die Kosten für die Umgebung zu befinden. Mit diesem Beitrag könnte sie e Verpflichtung zur Bereitstellung von Parkplätzen einlösen, die sie seinerzeit beim Umbau der Trotte eingegangen war.