Brugg

57'000 Franken ausgeschrieben: Stadt nimmt neuen Anlauf mit Stipendien-Kässeli

Werden alle Rahmenbedingungen eingehalten, müssen die Stipendien nicht zurückbezahlt werden. (Symbolbild)

Werden alle Rahmenbedingungen eingehalten, müssen die Stipendien nicht zurückbezahlt werden. (Symbolbild)

Ganze 57000 Franken stehen in Brugg für Berufslernende, Mittel- oder Fachhochschüler und Studenten zur Verfügung. Doch das Interesse an diesem Geld ist klein. 2016 ging kein Gesuch ein.

Die Ortsbürgergemeinde Brugg verfügt über mehrere Fonds und Legate, aus denen freiwillige Beiträge an Berufslernende, Schüler einer Mittelschule, höheren Fachschule sowie an Studenten einer Fachhochschule oder Universität ausgerichtet werden können. Per 31. Dezember 2017 beliefen sich diese freien Mittel aus sieben Legaten und Stiftungen auf insgesamt über 358 000 Franken. Der Stadtrat Brugg hat sich entschieden, für dieses Jahr erneut einen Stipendien-Totalbetrag von 57 000 Franken auszuschreiben.

Dabei gelten die gleichen Rahmenbedingungen wie bei der Ausschreibung vor zwei Jahren, als kein einziges Gesuch einging. Vizeammann und Finanzminister Leo Geissmann erklärt: «Die Rahmenbedingungen sind durch die in den einzelnen Legaten und Stiftungen festgelegten Zwecke vorgegeben.» Und die haben es eben in sich. Denn die Stipendien der Ortsbürgergemeinde werden nur an Ortsbürgerinnen und Ortsbürger von Brugg ausgerichtet, die in der Stadt Brugg wohnhaft sind und zur Erlernung eines Berufs eine Berufslehre oder eine Mittelschule absolvieren oder an einer Fach-, Hochschule oder Universität studieren.

Frist läuft Ende September ab

Wer sich für ein Stipendium bewirbt, ist eingeladen, der Stadtkanzlei Brugg bis 30. September einen schriftlichen Antrag mit den verlangten Beilagen einzureichen. Ein entsprechendes Formular sowie die Bedingungen sind auf der Website der Stadt aufgeschaltet. Damit der Stadtrat die zur Verfügung stehenden Mittel gezielt einsetzen kann, ist ein Nachweis über die eigenen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie jene der Eltern zu erbringen. Ein Anspruch auf Stipendien besteht nicht. Und auf Gesuche, die ohne zwingenden Grund unvollständig sind oder verspätet eingereicht werden, wird nicht eingetreten.

Werden alle Rahmenbedingungen eingehalten, müssen die Stipendien nicht zurückbezahlt werden. Hingegen werden ausbezahlte Stipendien zur Rückzahlung fällig, wenn feststeht, dass die Ausrichtung auf falschen Angaben beruhte oder dass die zur Verfügung gestellten Gelder zu einem anderen als dem angegebenen Zweck verwendet wurden.

Öffnung des Stiftungszwecks

Einige dieser Fonds und Legate sind über 100 Jahre alt. Seit 1994 wurden keine Stipendien mehr verteilt. Die Ausschreibung 2016 – nach über 20 Jahren Pause – erfolgte auf Vorschlag vereinzelter Ortsbürger, die bereits vor Jahren beim Stadtrat anregten, die Stiftungszwecke zu überprüfen respektive eine Auflösung von Stiftungen und die Neuverwendung dieser Gelder zu prüfen. Doch statt einer Abnahme resultierte eine Geldzunahme.

Was passiert also, wenn dieses Jahr erneut keine Stipendien ausgeschüttet werden können? Dazu sagt Vizeammann Leo Geissmann: «Falls auch mit der neuen Ausschreibung keine Gelder zugesprochen werden können, muss sich der Stadtrat überlegen, ob bei der Stiftungsaufsicht eine Öffnung des Stiftungszwecks zu beantragen ist, da die aktuellen Zweckbestimmungen offenbar nicht mehr erfüllbar sind.» Allenfalls könnten die Gelder anderen Stiftungen zugewiesen werden, die einen ähnlichen Zweck verfolgen. Über die Vergabe von Geldern aus den unselbstständigen Stiftungen und Legaten der Ortsbürgergemeinde entscheidet der Stadtrat.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1