Windisch

530 Kinder sprinteten um den «Schnellsten Aargauer»

Bei der Aargauer Sprintmeisterschaft gingen in Windisch 530 junge Sportlerinnen und Sportler an den Start. Die besten dürfen an den Schweizer Final.

Markus Hacksteiner war in den 1980er-Jahren ein begnadeter Mittel- und Langstreckenläufer. An den Olympischen Spielen in Seoul 1988 kam er als 23-Jähriger über 1500 Meter bis ins Halbfinale, im selben Jahr holte er Silber an der Hallen-EM über 3000 Meter. Zudem wurde Hacksteiner neunmal Schweizer Meister über 1500 Meter. All diese Meriten waren jenen Kindern herzlich egal, die am vergangenen Samstag in Windisch am Aargauer Sprintfinal starten durften. Sie qualifizierten sich dank ihrer Leistung in den regionalen Ausscheidungen für den Kantonalfinal auf der Anlage «Chapf».

Markus Hacksteiner, mittlerweile 52 und amtierender Präsident des TV Windisch, orchestrierte die laufbegeisterten Kinder und Jugendlichen vor den Starts und instruierte sie über den Ablauf des Wettkampfs. Der frühere Klasse-Athlet machte dies mit ruhigen Worten und versuchte so, den jungen Wettkämpfern und deren Eltern die Nervosität zu nehmen.

Förderung junger Athleten

Markus Hacksteiners Bruder Daniel amtet seit vielen Jahren als Präsident des Organisationskomitees. Organisiert und durchgeführt wird die Aargauer Sprintmeisterschaft – offiziell die «Swiss Athletics Sprints» – von der Leichatathletik-Riege des TV Windisch. «Wir leisten mit diesen Meisterschaften auf unserer Anlage sehr gerne einen Beitrag an die Förderung der jungen Leichtathleten», sagt Daniel Hacksteiner.

Auch er war, wie sein Bruder, vor 30 Jahren Mittel- und Langstreckenläufer. Seit 2001 fanden die Kantonalmeisterschaften mit einer Ausnahme stets in Windisch statt. Der ganze Verein ist involviert, rund 80 helfende Hände machen mit. Warum nimmt der TV Windisch diesen grossen Aufwand immer wieder auf sich, Jahr für Jahr? «Natürlich stellen wir uns die Frage immer wieder, ob wir nicht einmal pausieren wollen», sagt Hacksteiner. «Aber irgendwie lässtuns dieser Anlass einfach nicht los. Zudem können wir so zeigen, dass wir existieren.»

Klar gebe es auch einen finanziellen Aspekt; der Erlös der Festwirtschaft sei ein willkommener Zustupf in die Vereinskasse. Hacksteiner: «Aber Geld ist nie der Ansporn. Wir lieben eben die Leichtathletik.» Er zuckt die Schultern: «Zudem: Irgendjemand muss es ja machen.» Sein Team sei dermassen eingespielt, dass nie irgendwelche Probleme auftreten würden. Der TV Windisch erhält immer wieder personelle Unterstützung vom Aargauischen Leichtathletik-Verband. So amtete dessen Vizepräsident Christian Winter als versierter Platzspeaker.

Wetterfeste Kinder

Zum Wettkampf: 645 Mädchen und Jungen waren angemeldet, gestartet sind schliesslich 530. Also etwas weniger als im langjährigen Durchschnitt. Das unbeständige, kühle Wetter mag eine Rolle gespielt haben, dass der eine oder die andere erst gar nicht nach Windisch gereist war. «In den Tagen vor dem Wettkampf wurde ich immer wieder gefragt, ob wir das Rennen bei Regen verschieben würden», so Daniel Hacksteiner.

Eine Absage sei indes nie eine Option gewesen, so der OK-Chef weiter. So liefen die wetterfesten Kinder bei kühlen Temperaturen in den Herbst hinein, immer wieder begleitet vom einen oder anderen Regentropfen. Die Besten der Jahrgänge 2002 bis 2007 dürfen am 15. September am Schweizer Final in Chiasso starten.

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