Thalheim
42 Stunden für den Wettbewerb: Aargauer Zimmermann-Lehrling gibt alles

Zimmermann-Lehrling Joschua Dietiker aus Oberflachs ist begeistert vom Werkstoff Holz. Deswegen macht er auch beim Lehrlings-Wettbewerb mit und gibt einiges seiner Freizeit daran.

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Joschua Dietiker macht den letzten Feinschliff an seinem Objekt.

Joschua Dietiker macht den letzten Feinschliff an seinem Objekt.

zvg/Chris Regez

Die Teilnahme am Lehrlingswettbewerb ist für Joschua Dietiker, Lernender Zimmermann, ein wichtiger Meilenstein zum erfolgreichen Abschluss.

Der 19-Jährige wohnt in Oberflachs und steht im vierten Lehrjahr bei der Herbert Härdi AG in Thalheim. Er blickt auf das kürzlich fertiggestellte Objekt, eine anspruchsvolle Dachkonstruktion aus Fichtenholz, und erinnert sich an die letzten Wochen: «Ich habe mich entschieden, das vom Verband vorgegebene Modell zu bauen. Vor Weihnachten habe ich mit der Arbeit begonnen und wendete dafür etwa 42 Arbeitsstunden während der Weihnachtsferien und in meiner Freizeit auf. Ich hätte auch ein ‹freies Modell› nach meinen Vorstellungen zeichnen und konstruieren können, aber bei der Dachkonstruktion bin ich sicher, dass ich alle wichtigen Punkte abdecke, die beim Qualifikationsverfahren geprüft werden.»

Joschua Dietiker hat sich für die Ausbildung zum Zimmermann EFZ entschieden, da er vom Werkstoff Holz begeistert ist. Mit Holz zu arbeiten, bedeutet für ihn Tradition und Stolz. Für den Bau des Wettbewerbsobjekts hat er viel Energie aufgewendet, denn er will eine hochwertige Arbeit abgeben, hinter der er stehen kann. Deshalb hat er einige Teile mehrmals hergestellt, bis sie seine Ansprüche erfüllten.

Von den Lernenden wird bei diesem Wettbewerb viel verlangt. Ein anspruchsvolles Objekt muss gemäss den vorge­gebenen Plänen des Verbands exakt konstruiert werden. Dabei sind die Teilnehmer nebst ihren handwerklichen Fähigkeiten auch auf ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ange­wiesen, damit sie das Modell von den Plänen in die dritte Dimension übertragen können. Laut Joschua Dietiker lag eine weitere Herausforderung darin, die Kehlen, den Grat und den Gratwechsel nahtlos und somit perfekt im richtigen Winkel zu bauen.

Wegen Corona gibt’s keine Rangverkündigung

Der Lehrlingswettbewerb von Holzbau Schweiz Sektion Aargau wurde wie in den Vorjahren für die Lernenden im zweiten, dritten und vierten Lehrjahr durchgeführt. Je nach Lehrjahr waren unterschiedliche Arbeiten einzureichen. Für den Abschlussjahrgang ist der Lehrlingswettbewerb ein wichtiger Gradmesser, um sich optimal auf das Qualifikationsverfahren vorzubereiten.

Die Arbeiten müssen in die Bauschule Aarau nach Unterentfelden gebracht werden, damit sie von der Jury beurteilt werden können. Übermorgen Freitag findet eine Ausstellung statt – jedoch aus Coronagründen ohne anschliessende Rangverkündigung. Den Kandidaten wird die Benotung in diesem Jahr schriftlich mitgeteilt und die Ehrung der Bestklassierten findet zu einem späteren Zeitpunkt im kleinen Rahmen statt. (az)