Oberflachs

400-jährige Bruchsteinmauern beim Schloss Kasteln sind fast fertig saniert

20 Jahre lang haben Zivildienstler Stein um Stein aufgeschichtet beim Schloss Kasteln in Oberflachs.

Ulysses Witzig, Pro Natura Aargau, steht vor der sanierten Trockensteinmauer im Rebberg mit Blick auf Schloss Kasteln in Oberflachs und zeigt auf einen kleinen Felsvorsprung inmitten der Mauer auf die «Sonnenterrasse» für Reptilien. «Das Ziel der Sanierung ist es, grössere Spalten für die Reptilien zu erhalten. Auch, damit die Reptilien überwintern können und um via Spalt ins Erdinnere, in den frostfreien Bereich, zu gelangen», erklärt er den Gästen, die sich mit ihm auf den Rundgang entlang der Mauern gemacht haben.

20 lange Jahre wurde an den Trockensteinmauern rund um das Schloss Kasteln und in den Rebbergen gearbeitet, Stein um Stein in mühevoller Arbeit aufgeschichtet. Eine lange Zeit, so scheint es auf den ersten Blick. Doch angesichts der ursprünglichen Mauern mit 400-jährigen Steinen wohl eher eine kurze Zeitspanne.

Beteiligte betonen die gute Zusammenarbeit

An der Abschlussfeier des fast abgeschlossenen Sanierungsprojekts präsentierten die involvierten Stellen – Pro Natura Aargau, Jurapark Aargau, Hof Kasteln und Stiftung Etuna – was mit der Sanierung erreicht wurde. Auch durch den Bund und den Kanton (Swisslos-Fonds) wurde das Projekt finanziell unterstützt. Von allen Rednern hervorgehoben wurde die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. «Hier wurde eine grosse Leistung vollbracht», sagte Peter Zimmermann, Vizeammann Schinznach. Mit der Mauersanierung werde auch der Rebbau gepflegt und so dessen Tradition gestärkt.

«Es ist fantastisch, wenn man einen solchen Anlass feiern kann», meinte Matthias Betsche, Präsident Pro Natura Aargau. Er bezeichnete das Projekt, mit seinen auf 500 Quadratmetern sanierten Trockensteinmauern, als Leuchtturmprojekt, das nach aussen scheinen möge. Als Naturschutz im Allgemeinen und als Lebensraum für Reptilien sei diese Arbeit wertvoll. In der Schweiz gebe es 19 Reptilienarten, 15 davon sind auf der Roten Liste, also vom Aussterben bedroht. «Ich war in diesem Sommer hier auf Reptilientour. Es ist unglaublich, was man hier an Reptilien sieht.

Es braucht die Vernetzung solcher Lebensräume», sagte Matthias Betsche. Christine Neff, Geschäftsleiterin Jurapark Aargau, befand, dass hier in die Zukunft investiert wurde. «Wir tragen Verantwortung für das Kulturerbe und für künftige Generationen.» Sie bedankte sich auch bei den Zivildienstleistenden, die bei Wind, Wetter und Hitze gearbeitet haben.

Dank der Mauer eine Prachtstrasse erhalten

Für die neu sanierten Mauern wurde weisser Jurastein, sogenannter Malmkalk, verwendet. Dieser besteht zu fast 100 Prozent aus Kalk und ist viel länger haltbar als der in der Region vorkommende braune Rogenstein. Schön zu sehen ist dieser Unterschied anhand einer sanierten Mauer, die noch aus braunen und weissen Steinen besteht. Dieser Mauer entlang führt ein gut begehbarer Weg, der sich unterhalb der Reben befindet.

Gemäss Ulysses Witzig hat es diese Prachtstrasse nur gegeben, weil die Mauer saniert wurde und so der Rebberg auch bewirtschaftet werden kann. Der ökologische Zusatzgewinn ist das Argument, welches das Bundesamt für Umwelt benötigt, um zusätzliche finanzielle Mittel zu sprechen. So wurden aus den zunächst 415 Quadratmetern sanierten Trockensteinmauern deren 500.

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