Würdigung

33 bewegte Jahre – eine vielseitige Journalistin verlässt uns

Elisabeth Feller war 33 Jahre beim «Badener Tagblatt» und der Aargauer Zeitung tätig – sie musste sich in dieser Zeit immer wieder neu orientieren.

Elisabeth Feller war 33 Jahre beim «Badener Tagblatt» und der Aargauer Zeitung tätig – sie musste sich in dieser Zeit immer wieder neu orientieren.

Kaum eine Journalistin oder ein Journalist der Aargauer Zeitung hat über die Jahre derart viele verschiedene Aufgaben wahrgenommen wie die Brugg-Redaktiorin, die heute ihren letzten Arbeitstag vor der Pensionierung in Angriff nimmt.

Nach Handels- und Buchhändlerdiplom stieg Elisabeth Feller in den Journalismus ein – und zwar bei Radio DRS 2. Danach war sie als Regional- und Kulturredaktorin bei der «Thurgauer Zeitung» tätig, bevor sie 1981 zum «Badener Tagblatt» stiess.

In ihren 33 Jahren auf dieser Redaktion schrieb sie über den Mutschellen, Zürich, Kultur, Baden; baute das Büro Rheinfelden auf, betreute die Basel-Seite und, und, und ... In den Jahren vor der Pensionierung arbeitete sie in der Redaktion Brugg und tauchte erneut in ein komplett neues Umfeld ein.

Die Frau für regionale Kultur

Zwei Konstanten prägen Elisabeth Fellers Wirken über die drei Jahrzehnte. Da ist erstens ihre ausgeprägte Vorliebe für kulturelle Themen. Sie schreibt mit Begeisterung nicht nur über Aufführungen professioneller Ensembles in den Bereichen Theater oder Musik, sondern auch über das Siggenthaler Jugendorchester, das Stella Maris Orchestra Wettingen oder die Orchestergesellschaft Baden, also über Organisationen, die für die Verankerung einer Regionalzeitung essenziell sind.

Wenn es um lokale kulturelle Berichte geht, kann Elisabeth Feller wie eine Löwin um Platz in der Zeitung kämpfen.

Da ist zweitens ihr grosses Engagement für soziale Themen. Beispiel Alzheimer. In diesem Feld ist sie eine der kompetentesten Journalistinnen des Landes; immer wieder gelingen ihr eindrückliche Texte, für die sie auch schon ausgezeichnet wurde.

Elisabeth Feller ist mit Leib und Seele Journalistin der Aargauer Zeitung. Sie würde auch sofort über das reguläre Pensionsalter hinaus Vollzeit arbeiten, wenn die Policy der Redaktion dies zuliesse.

Sie versteht es, wohl nicht zuletzt wegen ihrer beruflichen Herkunft als belesene Buchhändlerin, ihren Texten mit gewandter, bildhafter Schreibe eine besondere Note zu verleihen. Ihr gelingt es sogar, einen Bericht über eine langweilige Gemeindeversammlung so zu verfassen, dass er Lust zum Lesen macht.

Sie packte Herausforderungen

Elisabeth Feller bewies ihr Berufsleben lang grosse Flexibilität. Wiederholt musste sie sich auf neue Situationen einstellen. Nicht immer fielen die Entscheide zu ihren Gunsten aus, etwa bei der Fusion von «Aargauer Tagblatt» und «Badener Tagblatt».

Doch jedes Mal fand sie sich mit Veränderungen ab und trug diese loyal mit. Und jedes Mal sah sie die neuen Aufgaben und neuen Gebiete als Herausforderung an, die sie packen wollte – und die sie dann auch packte.

Das grösste Kompliment, das man einer Journalistin machen kann, die vor der Pensionierung steht, ist: dass sie sich ihre Neugier und ihre Schaffenskraft bewahrt hat. Zu diesen zählt auch Elisabeth Feller.

Mit bewundernswerter Energie und Lebensfreude setzt sie sich bis zum heutigen, letzten Arbeitstag dafür ein, dass die Aargauer Zeitung einen lebendigen, aktuellen Brugg-Teil macht; dass wichtige regionale Kulturthemen Einzug ins Blatt finden; dass soziale Themen den Raum erhalten, den sie verdienen.

Die Redaktion dankt Elisabeth Feller herzlich für ihren grossen Einsatz in den vergangenen 33 Jahren, wünscht ihr alles Gute im neuen Lebensabschnitt; mehr Zeit für andere Leidenschaften als das Schreiben, wie zum Beispiel das Reisen – und hofft, dass sie als freie Mitarbeiterin auch in Zukunft ab und zu in diesen Spalten zu lesen sein wird.

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