Lupfig
30. Hybridlok ist getauft: Die «Chestenberg» ist ein wahres Kraftpaket

SBB Cargo setzt auf umweltschonende Hybridlokomotiven. 30 wurden bestellt, am Bahnhof Lupfig ist am Donnerstag die letzte auf den Namen «Chestenberg» getauft worden. Für diesen Namen entschieden hatte sich das Cargo-Produktionsteam.

Michael Hunziker
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Zum Einsatz kommen wird die Hybridlok in Lupfig
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Gross ist das Interesse an der Chestenberg
SBB-Cargo-Chef Nicolas Perrin vor der letzten Hybridlok
Ein Blick ins Innere
Hybridlok «Chestenberg».
Der Lupfiger Gemeindeammann Richard Plüss (links) und SBB-Cargo-Chef Nicolas Perrin taufen die Lok

Zum Einsatz kommen wird die Hybridlok in Lupfig

Michael Hunziker

Eingesetzt wird die Hybridlok sowohl für den Streckenbetrieb als auch für den Rangierdienst. Der Lokführer kann zwischen Elektro- und Diesel-Hilfsantrieb umschalten, was Zeitaufwand und Kosten senkt, denn: «Das erspart uns aufwändige Lokwechsel, wenn wir die nicht elektrifizierten Anschlussgleise unserer Kunden bedienen», erklärte Nicolas Perrin, CEO von SBB Cargo.

«Und mit der Maximalgeschwindigkeit von neu 120 Kilometern pro Stunde können wir die knappen Trassenkapazitäten im Schienennetz besser nutzen.»

4000 Tonnen CO2 weniger jährlich

In der Hybridlok stecke ein wahres Kraftpaket, so Perrin weiter. Fahren werde sie zu 90 Prozent unter Strom, einzig im Anschlussgleis ohne Fahrleitung werde auf Diesel-Hilfsbetrieb umgestellt. «Wenn wir heute Anschlussgleise bedienen, müssen wir oft für den ganzen Transport eine Diesellok einsetzen.»

Anders gesagt: Mit den 30 Hybridloks könne, so der SBB-Cargo-Chef, der CO2-Ausstoss um über 4000 Tonnen pro Jahr reduziert werden, was einer CO2-Reduktion in der Grössenordnung von über 15 000 Lastwagenfahrten quer durch die Schweiz von Basel nach Chiasso entspreche. Die Hybridlok schone aber nicht nur die Umwelt, sondern auch das Budget, fuhr Perrin fort. «Wir erwarten von der Hybridlok eine hohe Verfügbarkeit und deutlich geringere Unterhalts- und Betriebskosten.»

Der SBB-Cargo-Chef zeigte sich überzeugt, dass die 88 Millionen Franken für die Hybridloks gut investiert seien, die Beschaffung auf der ganzen Linie ein Erfolg sei. «Sie sind unser Bekenntnis zum Wagenladungsverkehr für die Schweizer Wirtschaft, den wir in Zukunft effizienter, wirtschaftlicher und umweltschonender anbieten.»

«Diese Lok dürft Ihr behalten!»

Den Entscheid, etwas Innovatives zu kaufen, habe er nie bereut, auch wenn es Mut gebraucht habe, sagte Perrin. «Die Loks wurden ohne einen Prototypen produziert.» Nach der Montage sei jede neue Hybridlok zum Fahrzeugtest nach Lupfig gekommen – eine zusätzliche Belastung für das Team.

Eine Lok frisch ab Werk funktioniere – auch bei hoher Fertigungsqualität – im Alltag nicht immer reibungslos, stellte Perrin fest. Umso mehr freue er sich, dass die letzte Hybridlok in Lupfig bleibe. «Liebes Team: Diese Lok dürft jetzt Ihr behalten!»

An Taufpate Richard Plüss, Gemeindeammann in Lupfig, war es, SBB Cargo viel Glück und Erfolg mit der neuen Hybridlok zu wünschen – und natürlich eine unfallfreie Fahrt.