Brugg
2500 Franken für den Heimgarten: Schüler unterstützen Frauen in Not

Die Sechstklässler der Schule Au-Erle Lauffohr überreichten dem Heimgarten 2500 Franken – damit kann das Heim einen Teil des geplanten Ausbaus finanzieren. Denn der Kanton hat erst kürzlich die Erweiterung von 30 auf 36 betreute Plätze bewilligt.

Janine Müller
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Barbara Vontobel, Leiterin des Heimgarten Brugg (rechts), erhält den Geldscheck von 2500 Franken von Schülern der Primarschule Au-Erle Lauffohr.

Barbara Vontobel, Leiterin des Heimgarten Brugg (rechts), erhält den Geldscheck von 2500 Franken von Schülern der Primarschule Au-Erle Lauffohr.

Janine Müller

Sanfte Gitarrenklänge füllen den Raum, dann setzen helle Kinderstimmen ein. Sie singen «I have a dream» von Abba. «Ich habe einen Traum, eine Fantasie, die mir durch die Realität hilft und meine Bestimmung lässt es die Mühe wert sein, sich durch die Dunkelheit kämpfend.» Einen passenderen Liedtext für die Frauen im Heimgarten lässt sich beinahe nicht finden. Die Kinder sangen aber nicht nur. Sie überbrachten auch etwas, das dem Heimgarten helfen könnte, den einen oder anderen Traum zu erfüllen.

2500 Franken haben die 18 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin Deborah Künzi der Heimleiterin Barbara Vontobel gestern überreicht. Zusammengekommen ist das Geld am Adventsmarkt. Die Schülerinnen und Schüler haben eine Woche lang gebastelt und gebacken und dann die Sachen verkauft.

Schenken macht Freude

«Wir wollten mit dem Geld unbedingt jemanden aus der Region unterstützen», erklärte Ariane Mall, welche die Schulleitung vertrat. «Darum freut es uns sehr, dass wir das Geld dem Heimgarten überreichen können.» Der Sinn der Aktion sei auch gewesen, den Kindern aufzuzeigen, dass schenken Freude machen kann, dass man mit einer guten Tat auch etwas zurückbekommt. Diesen sozialen Gedanken sollen sich die Schülerinnen und Schüler verinnerlichen.

«Wir sind enorm froh über diese Unterstützung», bedankte sich Heimleiterin Barbara Vontobel. Gerade jetzt, da der Kanton den Ausbau des Heims bewilligt hat, brauche es wieder Geld für Wohnungseinrichtungen. Von 30 auf 36 Plätze kann der Heimgarten, der sich um Frauen mit Betreuungsbedarf kümmert, erweitert werden.

Das sei dringend nötig, denn immer wieder müsse man Frauen abweisen, weil das Haus keine weiteren Plätze anbieten kann, sagt Barbara Vontobel. Zurzeit wohnen 15 Frauen, viele psychisch beeinträchtigt, im Heimgarten selber. Dort werden sie rund um die Uhr betreut. 15 andere leben in Wohngemeinschaften mit drei oder vier Bewohnerinnen. Diese werden teilweise betreut. Zusätzlich bietet der Heimgarten, der in diesem Jahr sein 40-Jahre-Jubiläum feiert, geschütze Arbeitsplätze für interne, aber auch externe Frauen.