Schinznach-Bad
25 neue Betten, 20 neue Arbeitsplätze: Nach Umbau ist die Reha-Klinik gewappnet für die Zukunft

Nach einer dreijährigen Umbauphase konnte die aarReha Schinznach mitten in der Coronakrise ihre 25 neuen Betten beziehen. Zur Genesung soll auch die gewählte Architektur beitragen.

Janine Müller
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aarReha präsentiert sich nach Umbau
16 Bilder
Privatzimmer im Aarehaus
Blick aus dem Privatzimmer auf die Aare.
Der Innenhof wurde erhalten. Rechts sieht man die Aufstockung.
Waren für die Planung und Umsetzung verantwortlich Von links: Patricia Buholzer (Leiterin Dienste aarReha), Cordian Herrigel (Architheke AG), Arno Vogel (Architheke AG), Beat Schläfli (Direktor aarReha), Christian Schwarz (Bauleiter Gross AG) und Ruedi Dietiker (Architheke AG).
Blick aus dem Trainingsraum in den Innenhof
Hier können Alltagssituationen geübt werden.
So präsentiert sich die aarReha vom Innenhof aus.
So präsentiert sich die aarReha vom Innenhof aus.
Hier wird das Einsteigen in ein Auto geübt.
Der Empfang wurde komplett erneuert.
Blick auf das "Aarehaus".
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aarReha präsentiert sich nach Umbau

zvg

Nach drei Jahren Bauzeit konnte die aarReha Schinznach in Schinznach-Bad im März – mitten in der Coronakrise – ihre neuen Zimmer beziehen. Kurz darauf brachen die Belegungszahlen ein, weil kaum noch Operationen durchgeführt wurden. Zudem musste die aarReha einen ganzen Stock für mögliche Covid-19-Patienten freibehalten. «Am Ende mussten wir niemanden aufnehmen», sagt Klinikdirektor Beat Schläfli an der Medieninformation gestern Freitagmorgen.

Mit dem Ende des Lockdowns wurden wieder mehr Operationen durchgeführt. Entsprechend rasch füllten sich auch die neu 121 Betten. 25 Betten sind dazu gekommen, zudem verfügt die Klinik jetzt nur noch über Einer- und Zweierzimmer, auch für Patienten mit Allgemeinversicherung. Zu Wartezeiten kommt es so nicht mehr. Die Rehaklinik ist also gewappnet für die Zukunft.

26 Millionen Franken wurden investiert

26 Millionen Franken investierte die Stiftung aarReha in den Ausbau, der 20 neue Arbeitsplätze mit sich brachte. Das Bauteam bestand aus dem Architekturbüro Architheke AG in Brugg sowie der Bauleitung der Gross AG in Brugg. Umgebaut und erneuert wurden der Empfangsbereich, das Restaurant, der Mobilitätspark sowie das «Viadukt» mit der Medizinischen Trainingstherapie. Von hier aus können die Reha-Patientinnen in den begrünten Innenhof blicken. Das dreigeschossige «Viadukt» verbindet das Therapiegebäude «Quellenhaus» mit dem «Aarehaus», dem Zimmer- und Restauranttrakt. So ist das Areal nun durchgängig erschlossen. Angebaut wurde das «Lindenhaus». Dazu gekommen ist ein dritter Stock auf dem «Aarehaus» sowie ein 4. Stock auf dem «Jurahaus». Saniert wurden die Nasszellen in den bestehenden Zimmern.

Der Umbau gestaltete sich nicht ganz einfach, da nur eine Aufstockung in Frage kam. Als «Neoprenanzug» bezeichnet Architekt Ruedi Dietiker die enge, verschachtelte Situation. «Wir waren mit einem Areal konfrontiert, das bereits dicht mit Gebäuden überbaut war.» Die Variante, den Innenhof zu reduzieren, verwarf das Architekturbüro aber schon zu Beginn. Die vielen verschiedenen Bauetappen wurden bei vollem Betrieb realisiert. Für Patienten, aber auch für die Mitarbeitenden sei das eine Belastung gewesen, sagt Beat Schläfli. «Wir hatten Lärmprobleme. Jetzt ist endlich wieder Ruhe eingekehrt.»

Architekten setzten auf Holz in den Zimmern

Tatsächlich: Die Zimmer der aarReha sind ruhig gelegen. Vielleicht stört hin und wieder das Quaken der Frösche. Die Zimmer in der Privatabteilung im «Aarehaus» haben einen schönen Blick auf die Aare und teilweise sogar einen Balkon. Bezüglich Hotellerie wurden die Zimmer ebenfalls aufgewertet: mit Kaffeemaschine und kleinem Kühlschrank.

Die Architekten haben bewusst Holz verwendet. Nicht als oberflächliche Verschönerung, wie Ruedi Dietiker sagt, «sondern als primäres und wertiges Baumaterial». Entsprechend kamen massive Lärchenholzplatten an den Wänden oder Deckenplatten in Fichte zum Einsatz. So strahlt die Klinik keinen Akutspital-Charakter aus, sondern vermittelt ein Gefühl von Ruhe. Das soll, so die Hoffnung der Architekten, einen kleinen Beitrag zur Genesung beitragen.