Villnachern
1500 Kinder tanzen und rennen am Jugendturnfest

1500 Kinder und Jugendliche aus 42 Vereinen aus den Regionen Brugg und Fricktal zeigten ihr sportliches Können am Jugendturnfest.

Irene Hung-König
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Das Aufwärmtraining am Jugendturnfest Villnachern funktionierte auch in Regenjacken. IHK

Das Aufwärmtraining am Jugendturnfest Villnachern funktionierte auch in Regenjacken. IHK

Irene Hung

Mit rotem Zylinder, passender Fliege und rotem Hüfttuch ausgestattet, knien sie im Rasen und geben ihren stehenden Kolleginnen aus Oberflachs die Hand. Es ist dies der Auftakt ihrer Kleinfeld-Gymnastik. Synchronität, Eleganz und Ausdruckskraft sind hier gefragt. Die Leiterin der Mädchen steht zu Beginn der Darbietung in der Mitte, lässt die Musik von Bruno Mars und Co. laufen. Konzentriert präsentieren sich die Mädchen den Gästen, Beine schnellen in die Höhe, Arme kreisen, die Füsse sind bis in die Zehenspitzen gestreckt. Später an diesem Samstag werden sie sich bei der Pendelstafette über 60 Meter, im Weitsprung und im Spielparcours Unihockey mit anderen Kindern messen.

Draussen nass

In der Turnhalle konzentrieren sich derweil die Mädchen aus Jonen auf ihren Auftritt am Barren. Sie tragen rot-weisse Gymnastikdresses, die Lippen sind rot geschminkt, die Haare zu einem Dutt frisiert. Wie Fussballer stehen sie vor ihrer Darbietung im Kreis zusammen, halten die Hände in die Mitte, lassen diese nach oben schnellen und rufen: «Hopp Jonen!». Die Gäste auf der vollbesetzten Bühne tun es ihnen gleich, fanen mit. Szenenapplaus erhalten sie bei synchron ausgeführten Standwagen und Handständen. Dann gehts Schlag auf Schlag: Matten und Barren werden weggeräumt, die Bruggerinnen stehen mit ihren Reifen bereit. Beim Hindernislauf kämpfen die Kinder nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen Matsch und Nässe. Nach den ersten kräftigen Niederschlägen gegen 11 Uhr sind die Böden aufgeweicht.

Der Junge muss unter dem Hindernis hindurch kriechen - trotz matschigem Boden.
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Dank der Anfeuerungsrufe der Zuschauer scheinen diese Kinder noch schneller zu rennen.
Die Bruggerinnen zeigen ihre elegante Reifenübung.
OK-Präsidentin Yvonne Zickermann (re.) und Gesamtwettkampfleiterin Jasmin Schneider geben Auskunft.
Die Jugi Jonen zeigt eine gehaltvolle Darbietung am Stufenbarren.
Die Helfer in den blauen Shirts besprechen die nächsten Einsätze.
Ein schneller Start ist ein Muss bei der Pendelstafette.
Einmal durch den Pneu rutschen und weiter gehts.
Elegant stemmen die Oberflachserinnen ihre Kolleginnen und setzen damit den Schlusspunkt ihrer Kleinfeld-Gymnastik.
Gemeinsam pilgern die Sportlerinnen und Sportler via Feldweg zur nächsten Sportstätte.
Konzentriert springt dieses Mädchen in den nassen Sand.
Dieser Junge bringt den Ball mittels Unihockeyschläger durch den Parcours, die Kampfrichterin schaut genau hin.
Konzentriert zu Beginn der Reifenübung.
Schnell rennen und den Ball zielgenau werfen, das ist hier gefragt.
Wenn schon Matsch, dann richtig, scheint sich dieser Junge gedacht zu haben und läuft barfuss umher.
Sie warten gespannt auf die Darbietungen am Stufenbarren.

Der Junge muss unter dem Hindernis hindurch kriechen - trotz matschigem Boden.

Irene Hung-König

Die Kinder robben unter einem Holzelement hindurch, stehen auf, um einen Tennisball durch die Röhre zu befördern. Von den farbigen Turnshirts ist nicht mehr viel zu sehen, die Farbe Braun dominiert. Einige scheinen den Matsch zu geniessen und stapfen barfuss übers Festgelände.

Grosse Unterstützung

«Genau 1500 Kinder aus 42 Vereinen sind heute hier», erklärte OK-Präsidentin Yvonne Zickermann am Apéro. Und diese Zahl sei nicht aufgerundet. «Nachträglich sind noch 50 Turnfestkarten gelöst worden», sagte sie. Mit ihrer Kollegin und Gesamtwettkampfleiterin Jasmin Schneider hatte sie sich zuvor bei Landbesitzern, der Gemeinde sowie bei der Frauen- und Männerriege für die grosse Unterstützung bedankt. Sie alle halfen mit, diesen Grossanlass zu organisieren. Über 80 freiwillige Helferinnen und Helfer sowie 180 Kampfrichter waren im Einsatz.

Vor eineinhalb Jahren seien sie angefragt worden, das Jugendturnfest 2016 durchzuführen. «Wir fragten uns: schaffen wir das überhaupt?» Die ersten Zweifel verschwanden schnell, als klar war, dass alle mitmachen würden. «An unserer ersten Sitzung wurde das Fest auf Servietten gemalt», sagte Zickermann lachend. Positiv blieb in Erinnerung, dass sich die Leute vom Festfieber anstecken liessen und sich eine Eigendynamik entwickelte.