Beyza Tut tritt stets auf, als hätte sie alles im Griff, als würde ihr alles so einfach von der Hand gehen. Selbstbewusst und anpackend ist sie. Am Montag verrät Beyza Tut der AZ, dass es in ihrem Innern in der letzten Woche ganz anders ausgesehen hat. Die Geschäftsfrau mit eigenem Coiffeursalon in Brugg hat am Wochenende erneut eine Hochzeitsmesse organisiert. Dieses Jahr zum ersten Mal im Campussaal Brugg-Windisch. Das war möglich dank der Unterstützung der Gemeine Windisch, die als Patronatsgemeinde aufgetreten ist. Der Druck, den sich Beyza Tut selber machte, war enorm. «Ich schlief schlecht, hatte Albträume», sagt sie. «Ich träumte, dass ich am Samstag der Hochzeitsmesse im Campussaal stehe und niemand kommt.»

Gross die Erleichterung dann an besagtem Samstag. Just auf die Eröffnung um 10 Uhr tritt ein Paar durch die Tür. Beyza Tut fällt ein riesiger Stein vom Herzen. «In diesem Moment ist der ganze Druck von mir abgefallen.» Sie lacht und ergänzt: «Mein Mann hat mich immer aufgezogen und gesagt: ‹Beyza, ein oder zwei Leute kommen bestimmt.›» Sie selber habe nicht wahnsinnig grosse Erwartungen gehabt, um nicht enttäuscht zu werden.

Impressionen der Hochzeitsmesse:

1400 Besucher im Campussaal

Doch was sich dann am Wochenende im Campussaal abspielte, hat die Geschäftsfrau überwältigt: «Gut 1400 Leute haben die Hochzeitsmesse besucht. Das ist unglaublich und überwältigend.» Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen Tut die Hochzeitsmesse im Kulturhaus Odeon in Brugg veranstaltet hatte, entspricht dies einer Verdrei- oder gar Vervierfachung der Besucherzahlen, wie sie selber sagt. «In meinem Herzen ist einfach nur riesige Freude», sagt sie am Montag, erst jetzt realisierend, was am Wochenende alles passiert ist. «Ich freue mich auch sehr für die Aussteller, dass es so wunderbar geklappt hat.» Noch während dem Aufräumen hätten ihr Aussteller – die meisten notabene Kleinstunternehmen – zugerufen, dass sie beim nächsten Mal gerne wieder dabei seien.

Das war Lob und Bestätigung zugleich für Beyza Tut. «Es ist enorm wichtig, dass sich die Aussteller wohlfühlen, sich der finanzielle Einsatz für sie auch lohnt», sagt sie. Besonders gelobt worden sei die Modenschau, aber auch die professionelle Organisation.

«Mein Mann ist der Beste»

Ein Kränzchen winden will Beyza Tut auch ihrem Mann Hüssi. «Ohne ihn hätte ich das alles nicht stemmen können. Wir haben zu Hause noch drei kleine Kinder.» Sie seien ein Dream-Team und sie bekomme die volle Unterstützung von ihm. «Er war an diesem Wochenende meine rechte Hand, hat geholfen beim Aufbau, bei der Anlieferung, hat die Gäste begrüsst, obwohl er das eigentlich nicht hätte tun müssen», erzählt Beyza Tut. «Er ist einfach der Beste.»

Besonders geschätzt hat Beyza Tut aber auch den Besuch von Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin Windisch, und von Barbara Horlacher, Stadtammann Brugg. «Dass beide an die Messe gekommen sind, zeigt mir, dass nicht nur die finanzielle Unterstützung da ist, sondern dass beide dieses Engagement auch schätzen», sagt Tut. Gefreut hat sie ebenfalls, dass sich noch am Anlass andere Firmen gemeldet haben und Interesse an einer weiteren Ausgabe der Hochzeitsmesse «Meine Hochzeitsträume» gezeigt haben. Eigentlich könnte sich Beyza Tut schon heute an die Organisation der nächsten Messe in zwei Jahren, also im Jahr 2021 machen. «Jetzt gönne ich mir aber zuerst drei Wochen Pause und will mit der Familie noch Skifahren gehen», sagt sie.

Im März oder April wird sich dann – nach Gesprächen mit den Verantwortlichen des Campussaals – weisen, ob die nächste Hochzeitsmesse erneut an diesem Ort stattfinden wird. Geht es nach Beyza Tut, dann ist der Campussaal definitiv die erste Wahl. «Die Lage und das Ambiente sind schlicht perfekt.»