Dieses Projekt gibt in der Region Brugg seit Jahrzehnten zu reden: Die Spannung der Übertragungsleitung zwischen Beznau und Birr soll durchgängig auf 2 x 380 Kilovolt (kV) ausgebaut werden. Im Jahr 2011 verfügte das Bundesgericht, dass im Raum Riniken/Bözberg (Gäbihübel) auf einer Länge von rund 1,3 Kilometern ein konkretes Projekt für eine Teilverkabelung ausgearbeitet werden muss.

Somit musste sich die Swissgrid AG, die Eigentümerin des Schweizer Übertragungsnetzes, zum ersten Mal um die Projektierung einer Verkabelung im Hochspannungsnetz kümmern. Nach Inbetriebnahme der neuen 380-kV-Leitung, so sieht es das Projekt vor, wird die bestehende 220-kV-Leitung zurückgebaut.

Im Sommer 2016 störte sich die Riniker Einsprechergemeinschaft «Aktionskomitee für eine umweltverträgliche Trassenführung» (Akut) daran, dass die Realisierung dieses Pionierprojekts von der Swissgrid sehr zögerlich angegangen werde. Akut stellte den Netzausbau nie infrage. Vielmehr setzte sich das Komitee dafür ein, dass am Dorfrand von Riniken keine bis zu 85 Meter hohe Masten aufgestellt werden. Zusammen mit der Gemeinde Riniken kämpfte es erfolgreich bis vor Bundesgericht.

Die Teilverkabelung Gäbihübel bildet daher das Kernstück der neuen 380-kV-Leitung Beznau–Birr. Das Netzprojekt beinhaltet den Bau des Erdkabels auf einer Länge von rund 1,3 Kilometern, von zwei Übergangsbauwerken sowie deren Freileitungsanschlüssen auf einer Länge von 5,1 Kilometern.

Erste Rodungsarbeiten erledigt

Mit dem Baustart sei frühestens 2017 zu rechnen, hiess es von Seite Swissgrid im August 2016. Auf Nachfrage der Aargauer Zeitung sagt Mediensprecher Andrea Hohendahl: «Das Projekt befindet sich in der Ausführungsphase. Dieses Jahr wurden bereits erste Vorarbeiten für die Teilverkabelung ausgeführt: Rodungen an den künftigen Standorten der Masten und Übergangsbauwerke.» Zudem seien Baggerschlitze für die Untersuchung des Baugrunds ausgehoben hoben. Die vom Bundesamt für Energie geforderten Messungen des Schiesslärms vom Übungsgelände Chrendel des Waffenplatzes Brugg seien ebenfalls vorgenommen worden.

Ein Teil der Ausschreibungen für die Arbeiten ist bereits erfolgt. «Diesen Sommer wurde der Lieferant der Kabel, die Brugg Kabel AG, beauftragt», fährt der Swissgrid-Sprecher fort. Und im November habe Swissgrid die Beschaffungen der Bauleistungen und des Baumaterials für den Rohrblock und die Übergangsbauwerke gemäss den Bestimmungen des öffentlichen Beschaffungsrechts gestartet.

Bodensondierungen waren nötig

Diese Vorbereitungen hätten etwas länger gedauert, da vorgängig umfassende Abklärungen des Baugrunds mittels Bodensondierungen nötig waren, erklärt Hohendahl. Der Start der Bauarbeiten wurde deshalb auf das Frühjahr 2018 verlegt. Auf den Termin der Inbetriebnahme sowie den anschliessenden Rückbau der bestehenden 220-kV-Leitung bis 2021 habe der etappierte Baustart allerdings keine Auswirkungen.

Swissgrid wird für die Bevölkerung ein Besucherzentrum mit wichtigen Informationen zum Projekt errichten. Der Standort ist wie das Baustellenbüro in der Nähe des Übergangsbauwerks Nord in Bözberg vorgesehen. Sobald die öffentliche Ausschreibung beendet ist, werden die Ausführungsdetails zum Bau festgelegt. Der beauftragte Generalunternehmer verantwortet laut Swissgrid Planung und Realisation der beiden Übergangsbauwerke sowie des Rohrblocks. Die Anliegen der Gemeinden und Anwohner während der Bauphase würden, wenn immer möglich, berücksichtigt.