Einwohnerrat Windisch
11 Sitze – aber nur 6 Kandidaten: Die SVP wird zu den Wahlverlierern zählen

Nur 47 Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich für die 40 Sitze im Einwohnerrat Windisch zur Wahl. Besonders dünn ist die Liste der Volkspartei: Nur gerade sechs Personen kandidieren – trotz bisher elf Sitzen.

Michael Hunziker
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Am 24. November wird sich zeigen, wer künftig im Windischer Einwohnerrat sitzen wird.

Am 24. November wird sich zeigen, wer künftig im Windischer Einwohnerrat sitzen wird.

Gross scheint das Interesse nicht zu sein: Für die 40 Sitze im Einwohnerrat Windisch stellen sich 47 Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung.

Zum Vergleich: Bei den Wahlen vor vier Jahren waren es 60 Kandidaten.

Verliererin – so viel steht bereits fest – wird die SVP sein, die mit nur noch 6 Kandidaten antritt (separater Text). Aber auch wenn die Stimmberechtigten am Urnengang vom 24. November nicht die Riesenauswahl haben: Die Parteien sind von ihren Kandidaten überzeugt.

Stüssi: «Sechs kompetente Kandidaten»

Dünn ist die Liste der SVP, die heute mit 11 Mitgliedern im Windischer Einwohnerrat vertreten ist. Zur Wahl treten nur gerade 6 Kandidaten an - davon 4 bisherige. Bernhard Stüssi, Vizepräsident der SVP Windisch, weist darauf hin, dass die Ortspartei nicht allzu gross sei und nicht mit der schweizerischen Partei verglichen werden dürfe. Auch wählen, so Stüssi weiter, zwar viele die SVP, scheinen aber Hemmungen zu haben, sich für die Partei zur Verfügung zu stellen. Trotzdem: «Mit der Liste sind wir sehr zufrieden, da wir sechs kompetente und engagierte Kandidaten haben», hält der Vizepräsident fest. (mhu)

Christoph Haefeli vom Präsidium der SP-Bezirkspartei ist «sehr zufrieden mit der Durchmischung unserer Liste». Er räumt aber ein, dass bei der Anzahl der Kandidierenden – 15 sind es – das Ziel nicht ganz erreicht wurde.

«Zwar stiessen wir bei vielen Anfragen auf Verständnis und Interesse, andererseits erhielten wir viele Absagen, die individuell zwar verständlich, in der Gesamtheit aber doch etwas entmutigend waren», so Haefeli.

Ziel der SP sei es, ihre 14 Einwohnerratssitze zu halten. «Wir sind der Meinung, dass Windisch ein gutes, aufgeschlossenes, soziales und umweltbewusstes Potenzial hat und wir sind überzeugt, mit unseren Kandidierenden die Wählerschaft anzusprechen und zu mobilisieren.»

CVP will Sitz zurückgewinnen

Die CVP Windisch hat die Absicht, den vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückzugewinnen «und somit unsere Fraktionsstärke wieder auf sechs Mitglieder zu erhöhen», hält Präsidentin Susanne Keller-Graf fest.

«Wir freuen uns, auf unserer Liste wieder eine gute Auswahl an Frauen und Männern, Bisherigen und Neuen, Jungen und Alten zur Wahl stellen zu können.

Alle unsere kompetenten Kandidaten sind interessiert am politischen Geschehen in Windisch und hoch motiviert für ihre Gemeinde im Einwohnerrat mitzuwirken.»

Gerne hätte die Partei 2 bis 3 Kandidatinnen mehr portiert, so Susanne Keller-Graf. «Leider entschieden sich viele angefragte, CVP nahestehende Personen gegen eine Kandidatur aufgrund von Überlastung durch Beruf/Familie und Weiterbildungen.» Dennoch: Mit 8 Kandidaten werde den Wählern – auch bei Sitzgewinnen – eine Auswahl ermöglicht.

FDP-Fraktionspräsident Max Gasser äussert sich ebenfalls «hoch erfreut, den Wählerinnen und Wählern von Windisch eine gute Auswahl an bewährten und bestens qualifizierten neuen Kandidaten präsentieren zu dürfen».

Die FDP will ihre bestehenden 6 Sitze mit 12 Kandidatinnen und Kandidaten verteidigen – 4 bisherige und 8 neue.

Die Partei spricht von einer Liste «mit kompetenten, verschiedenen Berufsfeldern und Altersklassen zugehörigen Persönlichkeiten». Nach Möglichkeit soll die Position im Einwohnerrat sogar ausgebaut werden.

Ähnlich tönt es bei der EVP Windisch. Die Partei sei in der glücklichen Lage, mit 4 bisherigen und 2 neuen Kandidaten – die bereits über politische Erfahrung verfügten – zur Wahl anzutreten, sagt Präsident Martin Schibli. Kurz: «Wir sind sehr zufrieden.»

Intakte Chancen für EVP

Ziel der EVP ist es, ihre 4 Sitze halten zu können. Die Chancen bezeichnet Schibli – mit Blick auf die Gesamtzahl der Kandidierenden – als intakt. Sogar ein Sitzgewinn sei nicht ausgeschlossen.

Der Präsident weiss, dass es schwierig ist, neue Kandidaten für ein politisches Amt zu begeistern.

Zurückzuführen sei diese Zurückhaltung wohl auf die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung. Viele hätten keine Lust oder keine Zeit, sich für die Gemeinde einzusetzen.

Ein Engagement würde sich aber lohnen, ist sich Schibli sicher: «Die Stimmung im Einwohnerrat Windisch ist gut, die Tätigkeit ist attraktiv und vielfältig, die Diskussionen sind bereichernd.»