Windisch
100 Jahre – und ebenso so viele Punkte

Der Frauenchor begeistert mit einem hochstehenden Jubiläumskonzert. Die 20 Sängerinnen unter der Leitung von Dirigentin Margit Klusch landeten mit ihrem Programm zum Thema «Wenn Frau Musica z’Märit goht» einen Volltreffer.

Max Weyermann
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Schauspielerin Ella Hofmann sorgt mit Begebenheiten aus der Vereinsgeschichte für Heiterkeit.

Schauspielerin Ella Hofmann sorgt mit Begebenheiten aus der Vereinsgeschichte für Heiterkeit.

Max Weyermann

«Ihr kenned sicher d’ Frau Musica, sie isch d’ Patronin vo eus allne da – sie sorgt defür, dass uf de Wält no anders zellt als nume s Gäld – hett nüt als s Musiziere im Sinn, und wo mer singt, isch sie zmittst drin. De Windischer Frauechor, ich säg’s grad voruus, das isch en Verein mit Power und Pfuus.» Mit diesen und weiteren Zeilen aus ihrem in Gedichtform verfassten Jahresbericht 2003 hiess Vorstandsmitglied Myrtha Schmid die rund 200 Gäste im reformierten Kirchgemeindehaus Windisch willkommen und stimmte sie damit auf einen beschwingten Abend ein.

Mit 100 Jahren bringt der Frauenchor Windisch nach wie vor 100 Prozent Präsenz und Leistung, was sich bereits beim Auftakt mit dem jütländischen Tanzlied «Gut’n Abend euch allen hier beisamm’» zeigte. Dieser Level wurde erfreulicherweise durch den ganzen Auftritt gehalten. Der gesangliche Teil setzte sich aus Darbietungen aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen, von der Renaissance und vom Barock über Klassik und Romantik bis hin zur Neuzeit, zusammen. Nach dem Auftakt erklangen vorab drei Lieder und Romanzen aus dem Opus 44 von Johannes Brahms, und anschliessend folgten Volkslieder wie «Es wott es Fraueli z’Märit goh» und «Anneli, wo bisch geschter gsi?» Mit Franz Schuberts «Das Leben ist ein Traum» leitete der Chor über zu «4 Gesängen op. 14» von Carl Attenhofer, komponiert auf Texte der Aargauer Mundartdichterin Sophie Hämmerli-Marti. Solistin Christa Kägi, frühere Dirigentin des Frauenchors Windisch, bot mit ihrer warmen Sopranstimme eine berührende Interpretation und wurde dabei von Pianistin Charlotte Stettler-Buschor einfühlsam begleitet. Mit «Musica, die ganz lieblich Kunst» von Johannes Jeep, «Nun bin ich einmal frei» von Jacob Regnart und dem originellen Hühnerhof-Lied «Kikeriki, kakakanei» von Johann Hermann Schein erwiesen die Sängerinnen sodann Tonschöpfer aus dem 16. und 17. Jahrhundert die Reverenz. Besonders viel Applaus spendete das Publikum für das von Franz Schubert komponierte und von Franz Grillparzer getextete «Ständchen», in welchem Solistin Christa Kägi vom Chor und von der Pianistin getragen wurde. Nach einem Volkslied aus Lothringen und einem wunderschönen Schlaflied klang das Konzert mit Songs aus dem 20. Jahrhundert aus. Nach dem temperamentvollen «Java Jive» und «I feel pretty» aus dem Musical «West Side Story» von Leonard Bernstein sorgten «Die schöne Tilla» (Musik: Karlhans Frieder; Text: Gustav Hochstetter; Satz: Max Frey) und «Ich will keine Schokolade» (Jack Morrow / Severin Geissler /Margit Klusch) für den humoristischen Höhepunkt und entsprechend lang anhaltenden Beifall.

Die zwischen den einzelnen Liedblöcken eingestreuten, von Schauspielerin Ella Hofmann perfekt vorgetragenen Zitate aus Jahresberichten und Briefen hatten spezielle Episoden aus der Vereinsgeschichte zum Thema und sorgten im Saal für Erheiterung.

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