Remigen
100 Jahre, 100 Sportler - und 100 Gründe, dabei zu sein

1912 gründeten zwölf Turner einen Verein – 100 Jahre später sind ihre Nachfolger nicht mehr wegzudenken. Eine neue Festschrift zeugt auf 44 Seiten von der Vielseitigkeit der turnenden Gesellschaft im Dorf.

Marc Reinhard
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Knapp 100 Mitglieder tragen heute die Farben des STV Remigen – fast zehn Prozent der Bevölkerung. zvG

Knapp 100 Mitglieder tragen heute die Farben des STV Remigen – fast zehn Prozent der Bevölkerung. zvG

Der Turnverein STV Remigen gehört zum Dorf wie der Steinbock zum Gemeindewappen», schreibt Simon Stalder in der Festschrift. Der ehemalige Co-Präsident ist schon jahrelang im Turnverein mit dabei und gehört zum OK, das die dreitägigen Jubiläumsfeierlichkeiten vorbereitet (siehe Kasten). In den nunmehr 100 Jahren seiner Existenz habe der Verein viele Remiger begleitet, erzählt er, manche davon ein Leben lang. Der Verein trage viel zum Dorfleben bei und «fühle sich wohl» in Remigen.

Der STV Remigen ist vielseitig

Die ansprechend gestaltete Festschrift, mit der sich der STV Remigen ein kleines Denkmal geschaffen hat, zeugt auf 44 Seiten von der Vielseitigkeit der turnenden Gesellschaft im Dorf. Bewegungshungrige, die neu ins Dorf oder in die nahe Umgebung gezogen sind, können aus acht Riegen auswählen. Diese betreiben unterschiedliche Sportarten. Nicht mitgezählt ist hier die Frauenriege, die als eigener Verein mit separaten Statuten fungiert.

Für ein 1000-Seelen-Dorf ist das ein feudales Angebot: Zum STV Remigen gehören das polysportive Turnen, Gymnastik und Tanz, das Mixed Volleyball und die Männerriege. Kinder aller Altersstufen toben sich im Muki-Turnen, im Kinderturnen und in der kleinen oder in der grossen Jugi aus.

«Im Turnverein bleiben viele»

Der STV Remigen mag nicht der grösste Turnverein in der Region sein, aber er ist ein glänzendes Beispiel für Mitgliedertreue und Zusammenhalt. Reto Albert, ebenfalls langjährigen Turner, erzählt: «Selbst wenn die Jungen irgendwann aus dem Dorf wegziehen, im Turnverein bleiben trotzdem viele.» Und über fehlenden Nachwuchs kann sich die «Sektion Remigen» momentan nicht beklagen. Im Altersdurchschnitt wird der Verein tendenziell von Jahr zu Jahr jünger.

Geselligkeit wird grossgeschrieben

Turnen allein reicht den Remigern freilich nicht. Der gesellschaftliche Aspekt wird grossgeschrieben: Jedes Jahr organisieren die Turner einen Maskenball im Dorf, gehen auf mehrtägige Bergturnfahrten und helfen auch mit Arbeitseinsätzen im Dorf. Das Highlight in ihrem Jahresprogramm ist eines für die ganze Dorfbevölkerung: die einmal im Jahr stattfindende Turnshow. Diese ist weitherum bekannt für den grossen und offensichtlichen Einsatz, den die Mitglieder leisten. Spektakel gibt es dabei sowohl auf der Bühne (Show) als auch in der Halle (Dekoration). Von Gästen, die den Besuch beim STV Remigen jemals bereut hätten, ist nichts bekannt.

Damen: Erst in den 60ern

Zwölf Männer hatten 1912 den Plan gefasst, sich zur regelmässigen Leibesertüchtigung zusammenzutun. Turnen war damals nicht die einzige Vereinsbeschäftigung – oft gaben die Turner auch Theatervorstellungen im Dorf.

Bereits 1922 holte man an einem eidgenössischen Turnfest einen Kranz und stach in der Folge immer wieder mit sportlichen Qualitäten hervor. Bemerkenswert: Nach den Kriegsjahren 1947 gründete sich erstmals die Damenriege. Sie wurde aber bald darauf mangels Interesse wieder aufgelöst und blieb erst nach dem zweiten Anlauf ab 1962 bestehen.