Oper Schenkenberg

«Madama Butterfly» soll im Windischer Wasserschloss nicht baden gehen

Wasserschloss: Diese idyllische Auenlandschaft wird 2016 Schauplatz der Puccini-Oper «Madama Butterfly» sein.

Wasserschloss: Diese idyllische Auenlandschaft wird 2016 Schauplatz der Puccini-Oper «Madama Butterfly» sein.

Die neue Produktion der Oper Schenkenberg wird 2016 eine schlanke sein. Und sie wird weiter auf ehrenamtliche Helfer angewiesen sein. Spielort wird die Auenlandschaft Wasserschloss, im Gebiet Mülimatt auf Windischer Gemeindegebiet sein.

Wo wird die Oper Schenkenberg 2016 spielen? Jetzt ist klar: Sie zieht von ihrem Stammort Schinznach weg nach Windisch – zum Wasserschloss, ins Gebiet Mülimatt, das nur wenige Minuten vom Bahnhof Brugg entfernt liegt.

Mit Verdis «Il Trovatore» war die Oper letztes Jahr in finanzielle Schieflage geraten, weshalb 2016 eine schlankere Produktion ansteht – Puccinis «Madama Butterfly» (siehe Box).

«Wir hätten einen Spielort in Schinznach weiterhin begrüsst», sagt Gemeindeammann Urs Leuthard, «aber der Wegzug der Oper Schenkenberg nach Windisch-Brugg hat sich schon seit längerem angebahnt.» Die Schinznacher hätten die Anlässe stets mitgetragen und sich mit den Opernaufführungen identifiziert, unterstreicht Leuthard.

Wird es 2016 gelingen, neue ehrenamtliche Helfer aus der Region zu gewinnen? «Es waren immer schon Personen aus der ganzen Region als ehrenamtliche Helfer tätig, nicht allein aus Schinznach. Dies wird sich nicht ändern, wenn wir in Windisch-Brugg sind», betont Peter Bernhard, Intendant der Oper Schenkenberg. An diese wird in Schinznach lediglich noch das Büro im Gemeindehaus erinnern, das die Gemeinde bis zur nächsten Aufführung in zwei Jahren «zu einem kulturellen Preis vermietet».

Es wird keine Arena geben

Für Gemeindeammann Heidi Ammon, Windisch, ist das Gebiet der Mülimatt «ein einmaliges, idyllisches Landschaftsbild, das optimal an den öV angebunden ist». Die Verhältnisse rund ums Wasserschloss sind eine Spur verwirrlich. «Tatsächlich wird 2016 der Zugang zum Spielort über Brugger Gemeindegebiet erfolgen; der Aufführungsort liegt hingegen auf Windischer Gemeindegebiet.»

Das Wasserschloss ist eine Auenlandschaft – somit ein heikler Spielort? Ammon relativiert: «Selbstverständlich wurden alle involvierten Parteien einbezogen: die Repol (Regionalpolizei), die Stadt Brugg, das Kommando Waffenplatz Brugg, der Kanton Aargau sowie die creaNatira GmbH, die als Pächterin des Grundstücks aus Sicht einer naturverträglichen Nutzung des Geländes ebenfalls ihr Einverständnis gegeben hat.»

Peter Bernhard will dem Gelände seine Natürlichkeit belassen. Wird es demnach keine Wiederauflage der mächtigen Trovatore-Arena geben? Der Intendant winkt ab: «Eine solche wäre nicht zu toppen. Also muss man den Blick öffnen und wiederum etwas Spezielles kreieren. Auch die perfekt passende Natur kann Szenerie sein, ohne naturalistisch oder profan zu wirken.» Nicht überrascht werden will die Oper diesmal von den Kosten. Sie spricht von einem «angepassten und gestrafften Budget» und von sieben anstatt zwölf Vorstellungen. «Madama Butterfly» soll im Wasserschloss nicht baden gehen. Welche Gemeinden finanzieren das neue Projekt? Bernhard: «Dazu kann ich mich noch nicht äussern, da wir an verschiedensten Orten in den Verhandlungen stecken.» Dem Brugger Stadtammann Daniel Moser ist bloss dies zu entlocken: «Wir werden ins Budget 2016 einen ‹gesunden› Beitrag für die Oper Schenkenberg aufnehmen.»

Auch die Gemeinde Windisch beabsichtigt, «die Aufführungen im finanziell möglichen Rahmen zu unterstützen». Und der Kanton Aargau? «Bis jetzt ist kein Gesuch um finanzielle Beteiligung eingetroffen», sagt Thomas Pauli-Gabi, Leiter Abteilung Kultur. Rückblick: Der Kanton hatte der angeschlagenen Oper Schenkenberg 2013 mit einer aufgestockten Defizitgarantie unter die Arme gegriffen. Anstelle von 50 000 Franken gab es 88 000 Franken. «Vor einer erneuten Beitragssprechung werden wir ein solches Gesuch im Lichte der Erfahrungen der letzten Produktion sehr genau prüfen, damit kein zweiter Fall wie bei ‹Il Trovatore› entsteht. Dabei werden wir ebenfalls prüfen, ob mit einem allfälligen Beitrag auch eine einmalige Defizitgarantie gesprochen werden kann», betont Thomas Pauli-Gabi.

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