Rund 30 Zuschauer besuchten am Sonntag im Kino Odeon die Matinee des Films «Die Übernahme» des Basler Regisseurs Edgar Hagen und bekundeten damit ihre Sorge um die Zukunft der Schweizer Medienlandschaft. Der Film dokumentiert im Eiltempo die Rochaden im Zuge der Übernahme der «Basler Zeitung» (BaZ) durch Christoph Blocher. Der zweite Teil des rund 40-minütigen Films entstand in Kooperation mit der Aktion «Rettet Basel!» und zeigt Aufnahmen anlässlich eines öffentlichen Hearings, in dessen Rahmen Artikel der BaZ vorgelesen und von lokalen Persönlichkeiten und besorgten Bürgern auf schleichende Veränderungen im Stil der BaZ hin geprüft und kommentiert wurden. Besonders besorgniserregend erscheint dabei die zunehmende Diskreditierung politischer Gegner ohne Angabe überprüfbarer Quellen oder gar aufgrund blosser Spekulationen.

Medienlandschaft Basel

Seit 2010 setzt sich die Aktion «Rettet Basel!», die mitunter um den Berner Schriftsteller Guy Krneta entstanden ist, dafür ein, die Besitzverhältnisse der BaZ deutlich zu machen und eine lebendige Medienlandschaft zu fördern. Der innert Kürze von rund 20 000 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnete Aufruf führte so zur Initiierung der «TagesWoche» als Alternative für Basel. Auch der Ausbau der Basellandschaftlichen Zeitung (bz) durch AZ Medien, werde daher – «als Blatt mit Forumscharakter für die Region» – von «Rettet Basel!» begrüsst, so Krneta.

Seriöser Journalismus

In Anbetracht der neuerlichen Spekulationen über eine Ernennung von Markus Somm zum Chefredaktor der NZZ zeigte sich das Publikum im Odeon auch besorgt über eine weitere Einflussnahme von Blocher-nahen Personen und einer schleichenden Abwertung journalistischer Grundsätze hin zu Boulevard- und Parteiblättern wie der BaZ oder der «Weltwoche». Peter Wanner sieht darin jedoch keine Gefahr: «Die rückläufige Auflage dieser Organe zeigt mir, dass die Leute dieses Stils überdrüssig sind.» Tatsächlich ist die Auflage der BaZ seit der Übernahme, um rund einen Drittel eingebrochen. Die Auflage der bz hat sich hingegen seit der Übernahme 2007, um etwa 5000 Exemplare erhöht. «Für uns muss guter Journalismus seriös und fair sein. Meinungen müssen zwar erlaubt, aber von den Nachrichten getrennt ausgewiesen werden.» Die Entwicklung der Abonnentenzahlen gibt Wanner recht: «Ein weiterer Ausbau im Raum Basel wird daher kommen. Voraussichtlich aber erst im Verlauf des nächsten Jahres.»