Energiedebatte
Böttsteiner Ammann ist für Atomausstieg, will aber zuerst ein neues AKW

20000 Menschen demonstrierten am Wochenende für den Ausstieg aus der Atomenergie. Der Böttsteiner Gemeindeammann hat die Demo von weitem betrachtet. Er kann sich einen Aussieg vorstellen, zuerst soll aber ein weiteres Werk bei Beznau gebaut werden.

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Die Massendemonstration «Menschenstrom gegen Atom» hat in der Aargauer Gemeinde Böttstein kein politisches Erdbeben ausgelöst. Mit gutem Grund: Die Bevölkerung lebt seit 40 Jahren mit dem AKW Beznau und hat sich daran gewöhnt. Viele Einwohner arbeiteten zudem im AKW und wüssten daher genau Bescheid, sagt Gemeindeammann Patrick Gosteli in der Sendung «Duell aktuell».

Neues AKW im Tausch gegen Ausstieg

Gosteli kann sich einen Ausstieg auf «weite Zeit» hinaus zwar vorstellen. Doch zuvor müsse ein neues Werk gebaut werden, so der SVP-Politiker. «Neben den bestehenden Kernkraftwerken brauchen wir ein neues Atomkraftwerk». Als Standort fürs neue Werk bringt er Beznau ins Spiel. So sei es ja auch schon angedacht. Gosteli geht es dabei vor allem um die Versorgungssicherheit.

Atomausstieg: Ja oder Nein? Sehen Sie die Sendung auf Tele M1 um 18:30. Das Duell um den Atomausstieg zwischen SVP-Gemeindeammann Patrick Gosteli und dem Kunstschaffenden Franz Hohler wird stündlich wiederholt.

Atomausstieg: Ja oder Nein? Sehen Sie die Sendung auf Tele M1 um 18:30. Das Duell um den Atomausstieg zwischen SVP-Gemeindeammann Patrick Gosteli und dem Kunstschaffenden Franz Hohler wird stündlich wiederholt.

Tele M1

Von einem neuen Werk hätte auch die Gemeinde etwas. Denn sollte das neue Atomkraftwerk in der Region errichtet werden, würde die Gemeinde finanzielle Zuschüsse als Entschädigung für den Bau erhalten. Und solche erwartet Gosteli in diesem Fall auch, auch weil das im Energiegesetzt so geregelt sei.

Nichtsdestotrotz ist die Gemeinde Böttstein laut Gosteli bereit, in alternative Energien zu investieren. So werde das neue Schulhaus mit erneuerbaren Energien ausgerüstet. Auch Gosteli selbst hat offenbar die Zeit für den Wandel erkannt. Der SVP-Politiker baut sich gerade ein neues Haus und dieses soll im Minergie-Standard gebaut werden. Darüber hinaus könne er sich vorstellen, das Haus zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Solaranlage nachzurüsten. (muv)