Es war ein Tag der Superlative, der gestrige Dienstag. Praktisch überall wurde ein Hitzetag, das heisst ein Tag mit Temperaturen über 30 Grad, registriert. Im Verlaufe des Nachmittags kam eine Front von Frankreich auf die Schweiz zu und mischte das labile Luftsystem auf, indem sie kalte Luft in der Höhe über die Schweiz brachte.

Erste Zellen am Dienstag Abend

Erste Gewitter bildeten sich bereits am Dienstag. Eine Zelle zog von Genf herkommend Richtung Nordosten und spaltete sich bei Freiburg auf. Der südliche Teil zog über das Berner Oberland, der nördliche Teil gewann an Kraft und deckte Teile des Baselbiets und auch Kienberg mit grossem Hagel ein (s. Bildstrecke).

Neuer Gewitterzug ab Mitternacht

Richtig los ging es um Mitternacht. Es bildete sich ein neues Unwetter über Neuenburg, welches in der Folge rasch wuchs und begann, ins Mittelland zu ziehen. Die Zelle war einerseits rasant unterwegs und andererseit enorm blitzaktiv. Ersteres ist auf den Wind in der Höhe zurückzuführen und letzteres ist die Folge des grossen Temperaturunterschiedes in der Höhe im Vergleich zu den immer noch tropischen Temperaturen am Boden.

Viel Wind und noch mehr Niederschlag

Innert Kürze gewann die Zelle so an Energie, dass schon in Grenchen auf dem Flughafen in der Witiebene Böenspitzen von 119.2 km/h gemessen wurden. Gleichzeitig regnete es um 0.20 Uhr innerhalb zehn Minuten 17.3 Liter auf einen einzigen Quadratmeter.

Im Verlaufe des frühen Morgens zog das Unwetter auf einem schmalen Band entlang des Jurabogens. Dabei nahmen die Niederschläge noch mehr zu. Wynau registrierte dreissig Minuten nach Grenchen den Rekordwert von 22.8 Litern pro Quadratmeter in nur zehn Minuten. Gleichzeitig werden in der Region Zofingen aufgrund von Windböen Häuser abgedeckt und Bäume entzweit.

Um 1.10 Uhr erreicht das Gewitter auch Aarau, wo in Buchs zwar die lokale Rekordregenmenge von Wynau nicht mehr übertroffen werden kann, jedoch aber immer noch 15.4 Liter/m2 zusammenkommen.

Zweite Front lässt es nocheinmal regnen

Ungefähr um 3.00 Uhr bildet sich im Kanton Freiburg erneut eine Zelle, die aber im Vergleich zur ersten Zelle weitaus schwächer ist. Sie regnet sich erst ab Oensingen richtig aus und bringt der Wetterstation Wynau noch einmal ein bisschen mehr als 7 Liter/m2 Regen. Der Kern des zweiten Unwetters zieht aber weiter nördlich über Aarau.

Kaltfront bringt nun ergiebigen Dauerregen

Nach dem Sturm folgen nun Regenfälle. Laut Meteonews muss im Mittelland noch einmal verbreitet mit 20-80 Litern Regen gerechnet werden. (san)