Wegen Sicherheitsheitsbedenken ist der Stiftungsrat der Spreitenbacher Bruno Weber Stiftung Ende Februar zurück getreten. Inzwischen wird auch von finanziellen Problemen bei der Stiftung des einmaligen Kunstwerkes gesprochen.

Der Ball liegt nun bei der «BVG und Stiftungsaufsicht» (BVSA). Eine Stiftung ohne Stiftungsrat ist wie eine Aktiengesellschaft ohne Verwaltungsrat, ihr fehlt das gesetzliche Organ zur Führung. Die BVSA muss wieder für einen rechtskonformen Zustand sorgen. «Wir haben die Aarauer Anwältin Brigitte Bitterli als Stiftungsrätin eingesetzt», sagt Martin Mayer, Leiter der BVSA.

Bitterli wird auch im Handelsregister als einzige Stiftungsrätin eingetragen. Wie das weitere Vorgehen sein wird und welche Massnahmen nötig sein werden, kann Mayer noch nicht sagen: «Wir werden dies in enger Zusammenarbeit mit Bitterli erarbeiten.»

Die BVSA ist eine selbstständige öffentliche Anstalt des Kantons Aargau. «Wir müssen sicherstellen, dass die Stiftungen das machen, was in ihren Urkunden als Zweck aufgeführt ist», sagt Mayer. Dabei stehen die Pensionskassen (BVG) im Fokus.

Gemeinde hat Parkzone geschaffen

«Die Stiftung hatte 1997 den Kulturpreis erhalten, den die Gemeinde Spreitenbach mit dem Shoppi Spreitenbach vergibt», sagt der ehemalige Gemeindeammann Rudolf Kalt. Während seiner Amtszeit sei es vor allem darum gegangen, die Bauten von Bruno Weber zu legalisieren.

2003 war das an der Kantonsgrenze liegende Waldareal mit der Revision der Bau- und Nutzungsordnung einer Spezialzone zugeschlagen worden. Die «Weinrebenpark Zone» (WP) gilt seither als Parkwald mit differenzierter Nutzung.

Erlaubt sind künstlerische Anlagen, soweit sie den Wald nicht beeinträchtigen. Für grössere Objekte müssen Baugesuche eingereicht werden, wobei neben der Gemeinde auch der Kanton zustimmen muss, damit eine Baubewilligung rechtskräftig wird.

Gemeindeversammlung sagte nein

Finanziert wird der Park weitgehend durch Gönner, Eintritte und Mieten. Teile der Anlage können für Anlässe gemietet werden. Zudem leisten viele Unternehmen Arbeitseinsätze auf eigene Kosten. Die Gemeinde Spreitenbach war bisher eher zurückhaltend. An der Gemeindeversammlung vom 29. November 2005 stand ein Gemeindebeitrag von 70 000 Franken für den Park zur Debatte.

Die Gemeindeversammlung lehnte den Antrag mit 75 gegen 85 Stimmen ab. Kritisiert wurde, dass der Park zu wenig mit Spreitenbach identifiziert werde. Ebenso hatte der Erhöhungsantrag auf 100 000 Franken keine Chance.

Für den Gemeinderat waren die Beschlüsse ein klares Signal. Seither hat die Gemeinde an die Stiftung nur projektbezogene, kleinere Beiträge ausgerichtet. «Wenn wir ein Gesuch erhalten würden, würde der Gemeinderat das prüfen», sagt der Spreitenbacher Gemeindeammann Valentin Schmid. «Je nach Höhe des Betrages müsste auch die Gemeindeversammlung darüber entscheiden.»

Weitere Aussagen will er nicht machen, denn: «Bevor wir über weitere Beiträge sprechen, muss die Stiftung Bruno Weber Park wieder einen funktionierenden Stiftungsrat haben.» Der Gemeinderat stützt sich dabei auf die Massnahmen der Stiftungsaufsicht ab.

Kanton bezahlte 600 000 Franken

«Der Kanton hat dem Bruno Weber Park in den letzten Jahren insgesamt 600 000 Franken zukommen lassen», sagt Philipp Kuhn stellvertretender Leiter der Abteilung Kultur im kantonalen Departement für Bildung, Kultur und Sport (BKS). Das Geld stammt aus dem Swisslos-Fonds. In den Jahren 2005 und 2007 waren es je 150 000 Franken und 2011 gab es nochmals 300 000 Franken.

Die beiden erst genannten Beträge wurden bezahlt, nachdem dem Kanton Abrechnungen vorgelegt worden waren. «Die Abrechnung für den Betrag von 2011 wird noch geprüft.» Kuhn bestätigt, dass die Stiftung beim Kanton ein Gesuch für regelmässige Betriebsbeiträge eingereicht hat. «Weil der Stiftungsrat zurück getreten ist, haben wir dieses sistiert», sagt Kuhn.

Zuvor müssten die Kriterien für Beiträge definiert werden. «Wir erwarten vom Bruno Weber Park klare Verantwortlichkeiten, einen handlungsfähigen Stiftungsrat sowie eine professionelle Geschäftsführung, das scheint momentan nicht gewährleistet.»

Fokus Bruno Weber Park auf TeleM1

Mitglieder der Feuerwehr Dietikon füllen den Wassergarten im Bruno-Weber-Park mit Wasser

Mitglieder der Feuerwehr Dietikon füllen den Wassergarten im Bruno-Weber-Park mit Wasser.