Nächste Woche ist es so weit: Im früheren Trafo-Häuschen an der Parkstrasse wird das neue Parkbistro eröffnet. Es ist ein Gemeinschaftswerk der Regionalwerke Baden, der Stadt und des Grand Casino Baden. Die Trafostation aus den 1940er-Jahren diente zeitweise als Lagerraum für den Verein Kerzenziehen, der nun für sein Hab und Gut eine neue Bleibe suchen musste. Das Häuschen war aber sonst ungenutzt und gut versteckt zwischen den Bäumen und Büschen des Parks.

Noch sieht es nicht so aus, als könnten hier nächste Woche die ersten Gäste einkehren. Die Terrasse ist noch nicht fertig gepflästert, auch im Inneren arbeiten noch Handwerker, und rund um das Bistro liegen Kieshaufen. An der Parkstrasse und zum Park hin prangt aber schon das Logo aus Kupferblech – ein stilisierter Magnolienbaum, angelehnt an den echten Baum zwischen Bistro und Grand Casino.

Von April bis Oktober

Wie die drei Projektpartner mitteilen, sollen die Besucher hier künftig während der Sommersaison von April bis Oktober einen «gastronomischen Hotspot» für ihre Verpflegung über Mittag, ein Picknick im Park oder einen Apéro nach Feierabend finden, mitten im Kurpark. Es soll etwa eine eigens kreierte «Parkwurst» geben, eine Auswahl an Salaten, Picknickkörbe zum Ausleihen und – nicht zuletzt – guten Barista-Kaffee. «Die Rezeptur für die Parkwurst wurde von der Döttinger Metzgerei Köferli zusammen mit unserem Küchenchef Enrique Isler entwickelt», sagt Beat Lehmann, Marketingleiter des Grand Casinos. Und er fügt an: «Man sagt, es sei die wohl würzigste Wurst in Baden.» An der Theke kann man zudem sein Essen in nachhaltig produziertem, kompostierbarem Geschirr als Take-away mitnehmen.

Da es schon seit Jahren den Wunsch nach öffentlichen WC-Anlagen im Kurpark gibt – die «Wildpinkler» sind hier gerade in den Abendstunden aktiv –, wurden nun gleichzeitig mit einer kleinen Restaurantküche eine öffentliche Toilette eingebaut. Sie steht den Besuchern des Kurparks rund um die Uhr das ganze Jahr über zur Verfügung. Das Parkbistro soll im Sommerhalbjahr jeweils am Freitag und Samstag von 11 bis 22 Uhr sowie von Sonntag bis Donnerstag von 11 bis 21 Uhr geöffnet haben.

Sozialer Faktor

Im «Idealplan Kurpark» von 2003 war noch der Abbruch des Trafohäuschens vorgesehen gewesen. Das Bistro dürfte nicht zuletzt etwas zur sozialen Kontrolle beitragen. Viele Nachbarn stören sich an der zunehmenden «Partykultur» im Kurpark. Vor allem in den Abendstunden im Sommer wird hier viel Alkohol getrunken, der Abfall bleibt oft liegen. Einwohnerrat Mark Füllemann (FDP), der als Anwohner direkt betroffen ist, hat im April beim Stadtrat eine Anfrage zur Sauberkeit und Sicherheit im Park eingereicht.

Für Kritik aus dem Römer-Quartier, in dem der Park liegt, hatte im März auch die Fällung eines 130 Jahre alten Riesenlebensbaums gesorgt. Er stand dort, wo jetzt die Terrasse des Parkbistros gebaut wird. Sowohl ein Gutachter als auch die Stadt betonten aber, dass der Baum von einem Pilz befallen und nicht mehr zu retten gewesen sei. Als Ersatz sollen mehrere neue Bäume gepflanzt werden, sobald es im Herbst das Wetter zulässt.