E-Mails, Rechnungen, Berichte, Schulblätter: Die Gemeindeverwaltung und die Schule drucken jedes Jahr rund fünf Millionen Seiten Papier aus. Dazu stehen an 19 Standorten in der Gemeinde rund 200 Drucker zur Verfügung. Diese Drucker-Flotte verursacht jährlich Kosten von gut 160 000 Franken – zu viel, findet der Gemeinderat. Nun will er den Wettinger «Druckgeräte-Park», wie dieser in einer Mitteilung genannt wird, halbieren, erneuern und durch einen einzigen Serviceanbieter betreiben lassen.

So sieht es das neue Druckkonzept der Gemeinde vor. Denn trotz der vielen Seiten, die täglich bedruckt werden, stehen die einzelnen Geräte während rund zwei Dritteln der Zeit im Standby-Modus. Das hat eine Analyse der IT-Abteilung der Gemeinde ergeben. Diese Analyse, bei welcher die IT-Mitarbeiter während zweier Wochen die Nutzung und den Stromverbrauch von neun Druckern im Rathaus und in der Bezirksschule gemessen haben, zeigt: Je nach Grösse und Nutzung eines Druckers liessen sich pro Gerät und Jahr im Schnitt 50 Kilowattstunden (kWh) Strom sparen – allein wegen des Standby-Modus. Bei einer Reduktion um rund 100 Drucker macht das 5000 kWh im Jahr.

Die heute 200 Drucker umfassen gut 50 verschiedene Modelltypen. Das macht die Wartung und den Betrieb kompliziert. Kommt hinzu, dass nur 50 Geräte von einem Serviceanbieter gewartet werden. Die übrigen 150 Geräte, darunter viele kleine Modelle, werden durch die Verwaltung selber betrieben. Mit dem neuen Druckkonzept soll die Zahl der Modelle auf neun reduziert und die Bedienung der Geräte vereinheitlicht werden. Betrieben werden die Drucker nur noch von einem Serviceanbieter. «Dadurch kann der Aufwand für die Wartung und den Betrieb reduziert werden», sagt Andreas Ruch, Leiter der Informatikabteilung. Dies wiederum spare Kosten. Die neuen Geräte sollen zudem energieeffizienter sein als die heutigen.

Bei der gestrigen Pressekonferenz sagte Gemeindeammann Markus Dieth, dass man auch die Mitarbeiter in Verwaltung und Schule darauf sensibilisiert habe, weniger Strom zu verbrauchen. «Die Verwaltung soll beim Stromsparen mit gutem Beispiel vorangehen.»

Wie viele Franken durch das neue Druckkonzept letztlich gespart werden können, sei noch offen, sagt Ruch. Das hänge von den eingehenden Offerten der Anbieter ab. Die öffentliche Ausschreibung läuft noch bis Juni. «Dann werden wir uns für einen Anbieter entscheiden», sagt er. Die Einführung der neuen Geräte und des Druckkonzepts erfolgt in Etappen: Ab August werden die Geräte von Verwaltung und EWW ausgeliefert. In den Schulen erfolgt der Austausch in den Herbstferien.