Neuenhof

Zu früh publiziert: Antennen-Gesuch wird zurückgezogen

Grund für den Rückzug des Antennen-Gesuchs: Es seien nicht alle Voraussetzungen erfüllt, um das Gesuch zu publizieren. (Symbolbild)

Grund für den Rückzug des Antennen-Gesuchs: Es seien nicht alle Voraussetzungen erfüllt, um das Gesuch zu publizieren. (Symbolbild)

Der Mobilfunkanbieter Salt plant die Erstellung einer 28 Meter hohen Antenne. Doch das Baugesuch wurde zu früh publiziert.

Plant ein Mobilfunkanbieter die Erstellung einer Handyantenne, dauert es in der Regel nicht lange, bis sich aus der Bevölkerung Widerstand gegen das Vorhaben formiert. Nicht so beim Projekt des Anbieters Salt, der am Hinterhagweg 5 auf dem Gelände, das der Robert Regensburger AG gehört, den Bau einer 28 Meter hohen Mobilfunkantenne plant.

Nun wird klar, weshalb es im Dorf so verdächtig ruhig geblieben ist. Das Vorhaben wurde nicht wie sonst üblich mit einem Baugespann profiliert, sodass man die Dimension der geplanten Antenne schon von weitem sehen könnte. Doch genau daran stört sich der Anwohner René Vollmer: «Normalerweise muss jedes Bauprojekt ausgesteckt werden. Dies ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht erfolgt. Somit fehlt während der offiziellen Planauflage das Bauprofil auf der entsprechenden Parzelle.»

Soweit ihm bekannt sei, müsse jedes neue Dachfenster, ein Wintergarten oder sogar ein grösserer Kaninchenstall offiziell ausgesteckt werden. «Für Mobilfunkbetreiber gilt dies vermutlich nicht oder wurde vergessen.»

Doch Vollmer ärgert sich nicht nur über das fehlende Bauprofil. «Wieso wurden wir von der Bauherrschaft beziehungsweise der Abteilung Bau und Planung Neuenhof nicht vorab informiert, sondern nur via die amtliche Publikation ‹Limmatwelle›?» Tatsächlich war das Gesuch in der Ausgabe vom 31. Januar publiziert. «Pech für diejenigen, die gerade in den Ferien waren», so Vollmers lakonischer Kommentar zum Vorgehen der Gemeinde.

«Insbesondere haben die verschiedenen Grundeigentümer auf der benachbarten Parzelle keine Kenntnisse von diesem geplanten Bauvorhaben», sagt Vollmer. Und er fragt sich: «Was wäre wohl passiert, wenn niemand den Lapsus bemerkt und bei der Gemeinde gemeldet hätte?»

Gemeinde: «Bedauern Fehler»

Auf Anfrage nimmt Pepe Romero, Leiter Hochbau bei der Abteilung Planung und Bau bei der Gemeinde Neuenhof, Stellung: «Das Baugesuch wird wieder zurückgezogen», sagt Romero. Grund für den Rückzug: Es seien nicht alle Voraussetzungen erfüllt, um das Gesuch zu publizieren. «Dass das Gesuch zu früh publiziert wurde, ist unser Fehler und wir bedauern, wenn wir damit für Irritationen in der Bevölkerung gesorgt haben», so Romero.

Sobald der Bauherr Salt das Gesuch bereinigt habe, werde es neu aufgelegt. «Selbstverständlich werden wir dann alle Anwohner informieren. Und selbstverständlich wird das Bauvorhaben auch ausgesteckt», verspricht Romero.

So weit, so gut. Doch Vollmer setzt grundsätzliche Fragezeichen hinter das Vorhaben. «Ich möchte gerne den Gemeinderat von Neuenhof zitieren, der im Zusammenhang mit der Neubausiedlung ‹Quer› Ausgangs Neuenhof mehrfach betonte, dass man mit dieser Grossüberbauung etwas Spezielles mit ‹gehobenem Standard› realisieren möchte.

Heute ist es dieselbe Gemeinde, die es zulässt in unmittelbarer Nähe eine 28 Meter hohe Mobilfunkantenne inklusive Blitzschutz zu erstellen.» Der gehobene Wohnstandard stehe jedoch in einem grossen Widerspruch zur befürchteten Wertverringerung der Liegenschaften, hält René Vollmer fest. Das letzte Wort bei der geplanten Mobilfunkantenne am Hinterhagweg ist sicher noch nicht gesprochen.

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