Von 5 bis 95: Selten sah man ein gemischteres Publikum als bei der Finalshow der Zirkus-Theater-Woche, die Simona Hofmann mit 35 Kindern im Regionalen Pflegezentrum Baden (RPB) auf die Bühne brachte. Ganz Alt und sehr Jung zusammenzuführen war das gar nicht so einfache Ziel des Projektes, das die Badenerin Bewegungsschauspielerin mit Teilnehmenden ihres Zirkustheaterworkshops «Lampefieber» und in Kooperation mit dem Kinderzirkus Balloni zur Realisation brachte.

«So viel Action wie noch selten»

Drei Tage lang wurde in den Gängen und der Aula des RPB intensiv geprobt. Der Nachwuchs mischte sich unter die Seniorinnen und Senioren und animierte sie zum Mitmachen beim Jonglieren und Zaubern. Daraus ergaben sich Begegnungen, die beiden Generationen neue Welten eröffneten.

«Wir hatten in unseren Räumen so viel Action wie noch selten», meinte RPB-Direktor Hans Schwendeler zum Auftakt der bunten Revue, die an einem der heissesten Tage des Jahres sowohl Zuschauern als auch Darstellenden die Schweisstropfen in Strömen herauspresste. Doch die unangenehme Hitze war schnell vergessen ob der vielseitigen Darbietungen, die auf der Bühne nahezu im Minutentakt wechselten. Clowns dressierten Flöhe, kleine menschliche Raubtiere vollführten zu Tina Turners «Golden Eye» Kunststücke, Kraftprotze bogen Eisenstäbe, Reifen und Tücher flogen durch die Luft, Fakire schluckten brennende Kerzen, es wurde auf Leitern und mit Tellern balanciert und über Scherben gelaufen.

Zwei Bewohnerinnen des RPB wagten sich mit auf die Bühne, um ihre neugelernten Kunststücke mit der jungen Crew zu zeigen. Die Zuschauer waren verblüfft, wie viel Hofmann mit ihren Mitarbeiterinnen Annina Sonnenwald, Wanda Biedermann, Vivien Peterhans, Svenja Scholer und dem RPB-Team Andrea Bertozzi, Doris Donada und Regula Dell’Anno aus allen Beteiligten in kürzester Zeit herausgeholt hatte.

«Für diese Aufführung musste ich tief in meine Trickkiste greifen», sagte Hofmann nach dem Finale geheimnisvoll lächelnd. Die älteren Semester im Publikum zollten Respekt für die durchchoreografierten Showacts, die vom Nachwuchs viel Disziplin erfordern. Doch es ist keineswegs der Drill, mit dem Hofmann die Jugendlichen bei Stange hält. Sondern ihre Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit, mit der sie alle ansteckt und dazu herausfordert, sich über die eigenen Grenzen hinauszuwagen.