Wettingen

Yvonne Feri: «Vielleicht wollten viele Wettinger keinen zweiten Regierungsrat»

Nicht im Regierungsrat: Yvonne Feri (SP) unterlag im zweiten Wahlgang Jean- Pierre Gallati (SVP).

Nicht im Regierungsrat: Yvonne Feri (SP) unterlag im zweiten Wahlgang Jean- Pierre Gallati (SVP).

Die SP-Regierungsratskandidatin aus Wettingen spricht im Interview über ihre Kandidatur, die verpasste Wahl und die Zukunft.

Yvonne Feri (SP), wie geht es Ihnen am Tag nach der knappen Niederlage in der Regierungsratswahl?

Yvonne Feri: Mir geht es grundsätzlich gut, allerdings fühle ich mich nach dem langen und intensiven Wahlkampf etwas erschöpft. Diese Woche will ich mich erholen, in meinen Alltag zurückkehren und mich auf die Session im Nationalrat vorbereiten, die bereits nächste Woche beginnt.

Sie lagen nur 1600 Stimmen hinter dem gewählten Jean-Pierre Gallati (SVP). Hadern Sie damit?

Nein, das tue ich nicht. Bereits letzte Woche war für mich klar: Egal, wie das Resultat ausfällt, es gibt keinen Grund, sich Vorwürfe zu machen. Weder gegenüber sich selbst noch gegenüber der Partei oder der Zusammenarbeit mit den Grünen. Wir haben in der kurzen Zeit einen guten Wahlkampf geführt und wurden von vielen unterstützt. Dafür danke ich allen sehr.

Rückblickend würden Sie nichts ändern?

Spontan fällt mir nichts ein. Im ersten Wahlgang betrug der Rückstand noch 19'000 Stimmen. Im zweiten waren es bloss 1600. Das ist sensationell.

In Ihrer Wohngemeinde Wettingen holten Sie nur 405 Stimmen mehr als Jean-Pierre Gallati. Warum?

Wettingen ist eine sehr bürgerliche Gemeinde. Ich hatte hier immer einen schweren Stand. Vielleicht wollten auch viele Wettinger keinen zweiten Regierungsrat, dachten sich, mit Markus Dieth sind sie ja bereits vertreten. Allerdings konnte ich auch in Wettingen mein Resultat gegenüber dem ersten Wahlgang stark verbessern.

Gabriela Suter zur Nichtwahl von Yvonne Feri

SP-Präsidentin Gabriela Suter zur Nichtwahl von Yvonne Feri am Wahlsonntag.

Wie geht es nun weiter für Sie?

Hätte ich die Wahl gewonnen, hätte ich mich sofort in die Arbeit als Regierungsrätin vertieft, hätte meine Firma aufgelöst und wäre auch früher aus dem Nationalrat zurückgetreten, als dies Jean-Pierre Gallati angekündigt hat. Nun ist es anders gekommen. Ich konzentriere mich auf den Nationalrat, hoffe auf Einsitz in der  Geschäftsprüfungskommission (GPK) und der Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) und will dort meine Arbeit weiterführen. Ich freue mich auf das neue Parlament, das weiblicher und jünger ist. Ebenso ziehe ich einen Ausbau meiner Firma in Betracht.

Treten Sie nach 2016 und 2019 ein drittes Mal für den Regierungsrat an?

Dazu möchte ich mich jetzt noch nicht äussern.

(afr)

Die Karriere von Yvonne Feri in Bildern

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