Der Raum ist erfüllt vom Geruch einer Mischung aus Hot Dogs und Popcorn. Harte Gitarrenklänge dröhnen aus den Boxen, das Scheinwerferlicht ist auf den quadratischen Ring in der Mitte der Halle gerichtet. Zwei Wrestler in engen Ganzkörperanzügen liefern sich einen harten Kampf. Wüsste man es nicht besser, wähnte man sich irgendwo in einer Arena tief in den Südstaaten Amerikas.

Möglich machte dies die Wrestlingschule «Wrestling Academy Rorbas», kurz WAR. Für den Anlass mit dem Namen «WAR Showdown II» wurden nebst einigen regionalen Wrestling-Schülern auch internationale und aus dem Fernsehen bekannte Wrestling-Grössen wie «Rhino» und «Tatanka» aufgeboten. Vor der Show hatten eingefleischte Fans die Möglichkeit, die Wrestler bei einem «Meet and Greet» persönlich kennen zu lernen und sich mit ihren Vorbildern ablichten zu lassen.

Kampf um den Titel

Wirkliche Stimmung kam bei den zahlreich erschienenen Wrestlingfans während der Show allerdings nur selten auf. So blieben gerade zu Beginn waghalsige Würfe und Sprünge die Seltenheit, und bei den jüngeren Teilnehmern des Turniers war es teilweise zu offensichtlich, dass es sich nicht um einen echten Kampf, sondern nur um Show handelte.

Erst im zweiten Teil des Turniers, als sich internationale Grössen im Ring gegenüberstanden und um den begehrten «WAR Channel Champion»-Titel rangen, schien der Funke richtig auf das Publikum überzuspringen. Gerade bei den letzten paar Kämpfen zwischen einigen leicht überalterten Wrestling-Legenden wurde kräftig mitgefiebert.

Alles nur Show

Wrestling lebt vom Klischee «Gut gegen Böse». So gehört es zum guten Ton, mindestens einen der Kämpfer mit Buh-Rufen zu empfangen. Auch im Ring selbst waren Beleidigungen gegen das Publikum oder den Gegner allgegenwärtig. Mitunter kam es auch zu skurrilen Szenen im Ring. So wurde der als Polizist gekleidete Wrestler «Marshal T.» von zwei vielleicht gerade mal volljährigen Jugendlichen übel zugerichtet.

Und beim Kampf der beiden weiblichen Wrestler Rhia O’Reilly und Lisa Fury standen zur Freude des überwiegend männlichen Publikums vor allem die weiblichen Reize im Vordergrund. Gerade im Hinblick auf die vielen anwesenden Kinder stellte man sich die Frage, wie pädagogisch wertvoll eine solche Veranstaltung wohl sein mag.