Urnenabstimmung

«Wir wollen keine unnötigen Ausgaben»: Die «Gruppe besorgter Killwangener» wehrt sich gegen zwei Geschäfte

Walter Käppeli ist Teil des Komitees, das die Urnenabstimmung zum Budget erzwang.

Walter Käppeli ist Teil des Komitees, das die Urnenabstimmung zum Budget erzwang.

Die Killwangener Bevölkerung stimmt diesen Sonntag statt an der Gmeind an der Urne über das Budget 2021 und weitere Traktanden ab. Zwei davon sind Walter Käppeli von der siebenköpfigen «Gruppe besorgter Killwangener» besonders ins Auge gestochen.

Walter Käppeli ist der Meinung, dass die Gemeinde hier sparen könnte. Aus der Rechnung 2019 ist ersichtlich, dass die Schuldenlast des Dorfs bei sieben Millionen Franken liegt. «Wir gehören damit zu den höchstverschuldeten Gemeinden im Aargau», so Käppeli. Er war bereits Teil des Referendumskomitees, das Anfang Jahr eine Urnenabstimmung zum Budget 2020 und zur Stellenaufstockung von 40 Prozent in der Finanzverwaltung erzwang. Das Budget wurde mit nur einer Stimme Unterschied knapp abgelehnt, die Stellenaufstockung mit rund 60 Prozent Nein-Stimmen versenkt.

Nun komme diese Stellenaufstockung erneut vors Volk, «einfach anders verpackt», sagt Käppeli. «Es mutet etwas befremdend an, dass die Gemeinde jetzt mit einem Kredit für die Auslagerung der Werkfakturierung kommt.» Dieser beträgt 130'000 Franken mit jährlich wiederkehrenden Kosten von 39'000 Franken. Die Werkfakturierung soll ausgelagert werden, weil die künftige Strommarktöffnung und die damit einhergehenden wechselnden Tarifberechnungen durch die Finanzverwaltung gar nicht gestemmt werden können, sagt der zuständige Gemeinderat Hanspeter Schmid (parteilos). «Wir haben damit gerechnet, dass der Finanzverwalter mit der Stellenaufstockung entlastet werden kann und eine zusätzliche, qualifizierte Kraft diese Arbeit hätte übernehmen können.»

Ausserdem mache es keinen Sinn, die Infrastruktur und eine Software nur für Killwangen zu kaufen, die diese Berechnungen übernehmen würde. Deshalb sei die Auslagerung an die Regionalwerke Baden für die Gemeinde nebst der günstigsten auch eine zukunftsorientierte Variante.

Verteilschlüssel nicht korrekt?

Der Kredit von 2'570'000 Franken für die Sanierung der Abwasserreinigungsanlage ARA der Gemeinden Killwangen, Spreitenbach und Würenlos ist der Gruppe ebenfalls ein Dorn im Auge. Rund 20 Prozent der Kosten – 485 730 Franken – müsste Killwangen übernehmen, Spreitenbach etwa 50 Prozent, den Rest Würenlos. «Wir haben nichts gegen die Sanierung», so Käppeli, «aber wir sind der Meinung, dass dieser Verteilschlüssel nicht korrekt ist.» Die Gemeinde müsste eigentlich weniger bezahlen: «Killwangen hat 2050 Einwohner und rund 130 Gewerbebetriebe, Würenlos rund 6500 Einwohner und zirka 460 Betriebe, Spreitenbach etwas mehr als 12 000 Einwohner mit etwa 550 Betrieben.» Killwangen müsste gemäss diesem Verteilschlüssel nur zehn Prozent des Betrags bezahlen. «So könnten wir 228'000 Franken sparen.»

Die Verteilung der Kosten sei eine komplexe Sache, sagt Gemeinderat Schmid, der auch für dieses Traktandum zuständig ist. Die drei Gemeinden hätten sich von externen Fachleuten beraten lassen. «Dabei sind auch andere Kläranlagen, die im Verbund arbeiten, miteinbezogen worden. Und alle berechnen die Kosten mit der Netto-Entwässerungsfläche und nicht anhand der Einwohnerzahl.» In Killwangen gäbe es ausserdem kein separates Regenbecken, in Spreitenbach aber mehrere und auch Würenlos betreibe diverse Becken, welche die ARA entlasten. Und: «Auch der vom Stimmvolk im 2018 angenommene Kredit für die Sanierung des Regenklärbeckens, das Spreitenbach und Killwangen gemeinsam nutzen, wies denselben Verteilschlüssel auf», so Schmid.

Die «Gruppe besorgter Killwangener» will, dass das Volk beim ARA-Kredit, über den Spreitenbach und Würenlos an ihren nächsten Gemeindeversammlungen auch abstimmen, und der Werkfakturierung Nein stimmt. Der Gemeinderat solle noch einmal über die Bücher: «Wir sollten keine Ausgaben tätigen, die unnötig sind», so Käppeli.

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