Baden

Wie Künstler aus Musik bewegte Bilder erzeugen

Ein Visual Jockey (VJ) bei der Arbeit: Mit dem Gerät unten auf dem Bild wird ein Bild erzeugt, das direkt auf die Leinwand projiziert wird.

Ein Visual Jockey (VJ) bei der Arbeit: Mit dem Gerät unten auf dem Bild wird ein Bild erzeugt, das direkt auf die Leinwand projiziert wird.

Visual Jockeys (VJ) verbildlichen vor Ort den Ton. Wie das funktioniert, zeigt die Konzertreihe «Bild und Ton» im «Royal». Organisiert wird die Reihe von dem in Baden gegründeten VJ-Label «Videokultur», einem schweizweiten Zusammenschluss von VJs.

Tanzende Menschen, elektronische Musik und dazu «Visuals» – bewegte Bilder, die auf Wände projiziert werden. Das sind Szenen, die immer häufiger in Clubs zu sehen sind. Die Animationen werden nicht etwa ab DVD gespielt: Vor Ort setzt ein Visual Jockey (VJ) die Musik direkt in Bilder um.

Auf welch unterschiedliche Arten ein VJ das macht und welche Arbeit dahinter steckt, zeigt die Veranstaltungsreihe «Bild und Ton» im «Royal». Organisiert wird die Reihe von dem in Baden gegründeten VJ-Label «Videokultur», einem schweizweiten Zusammenschluss von VJs.

(Quelle: youtube/k_sixsix)

Senking - Black Ice - 2011

«Das Publikum kann live miterleben, wie die Künstler ihre Bilder produzieren», sagt Pascal Arnold. Er ist selbst VJ und Gründungsmitglied von «Videokultur». Die Möglichkeiten der VJs sind zahlreich: Einige zeigen Filmsequenzen, beispielsweise aus alten Stummfilmen oder eigene Aufnahmen, die zur Musik und Atmosphäre passen. «Diese Bilder werden zum Teil mit grafischen Elementen vermischt und mit Effekten verfremdet», erklärt Arnold.

Andere VJs benutzen einen Computer, der aus der Frequenz der Musik ein animiertes und abstraktes Bild berechnet. Eine weitere Möglichkeit ist es, während des Auftritts mit live aufgenommenem Video-Material zu arbeiten.

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Die Reihe «Bild und Ton» soll einen Einblick in die Szene bieten: Neben Nachwuchskünstlern treten auch renommierte VJs auf. Geplant sind drei Veranstaltungen: «Das Ziel ist, auf unterschiedliche Arten zu zeigen, wie die Zusammenarbeit zwischen Musiker und VJ funktionieren kann», sagt Arnold.

Am ersten Abend reagiert das Bild auf den Ton: Zu Hören und zu Sehen gibt es fünf unterschiedliche Showblöcke, die von Musiker und VJ gemeinsam entwickelt wurden. Unter anderem zeigen die Badener VJs «Pixelpunx» zwei neue und erstmals aufgeführte Visual-Shows.

Pixelpunx Live: Dorian Concept

Die Kunstform VJing hat sich parallel zu dem Aufkommen der elektronischen Musik entwickelt. So verwundert es auch nicht, dass die Musiker, die in der Reihe «Bild und Ton» auftreten, elektronische Musik spielen. «Das Spektrum reicht von poppig bis experimentell», sagt Arnold.

VJs gibt es aber nicht erst, seit sich die elektronische Musik in den Clubs etabliert hat: «Schon Andy Warhol & the Factory oder Pink Floyd integrierten in den 60er-Jahren Kameras und Filmexperimenten in ihre Shows», sagt Arnold. Die Wurzeln reichen aber noch weiter zurück: «In den 20er-Jahren wurde unter dem Begriff visuelle Musik auch ein Klavier entwickelt, das zusätzlich Bilder erzeugte.»

Erste Veranstaltung von «Bild und Ton»: Samstag, 15. März, 21 Uhr, «Royal», Baden.

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