Woher er kam und warum er unterwegs war, das weiss nur er allein. Fakt ist: Ratte «Marco» ist kein wildes Tier, sondern eine Hausratte, eine sogenannte Farbratte. Im Magazin der Feuerwehr Untersiggenthal hatte er also nichts zu suchen. Dort öffnete vor rund drei Wochen Korporal Massimo Patrizio seinen Spind – und entdeckte das Tier. 

«Uns war sofort klar, dass es keine wilde Ratte ist, das sah man an der Fellfärbung», sagt der Untersiggenthaler Feuerwehrkommandant Thomas Gaupp. Ins Magazin gelangen konnte sie wohl durch ein Loch im Tor, das für das Kabel der Weihnachtsbeleuchtung gemacht worden sei.

Die Feuerwehrmänner hätten sich darauf mit dem Aargauischen Tierschutzverein in Verbindung gesetzt, der in Untersiggenthal ein Tierheim betreibt. Dort fand die Findelratte ein neues Zuhause und dort bekam sie auch ihren – neuen – Namen: «Marco».

Geringe Überlebenschancen

«Die Ratte muss davon gelaufen oder ausgesetzt worden sein», sagt Astrid Becker, Präsidentin des Aargauischen Tierschutzvereins. Marco hat offenbar bereits ein stolzes Alter und ist äusserst zutraulich – bis zu seinem Ausflug ins Feuerwehrmagazin muss er sein Leben bei Menschen verbracht haben. Becker: «Bei diesen Temperaturen und weil er sich nicht gewohnt ist, Futter zu suchen, wären seine Überlebenschancen nicht gross gewesen.»

Vergangenen Donnerstag erlebte Marco dann die 30 Sekunden Ruhm seines Lebens: Weil sich nie jemand meldete, der das Tier vermisste, kam die Ratte im Fernsehen, in der Sendung «tierisch» auf Tele M1, wo unter anderem Heimtiere vermittelt werden. Und kurz darauf kam es zum Happy End: «Marco zieht aus», verkündet Astrid Becker am Montag. Er kommt laut Becker zu jemandem, der ein «Altersheim für Ratten» betreibt und kann dort hoffentlich seinen Lebensabend geniessen. (smo)