Baden

Wie das Traditionscafé Himmel nach Baden kam

Um 1910: Beschwingten Schrittes streben die Badener himmlischen Genüssen zu. zvg

Um 1910: Beschwingten Schrittes streben die Badener himmlischen Genüssen zu. zvg

Ein junger Zuckerbäcker aus Tübingen eröffnete Mitte des 19. Jahrhunderts an der Badstrasse eine Konditorei – der Himmel war geboren.

Vor rund 170 Jahren kam aus dem württembergischen Universitätsstädtchen Tübingen der Zuckerbäcker Hermann Himmel in den Aargau und liess sich in der Bäderstadt nieder. Er eröffnete, gemäss BT-Archiv, in dem Haus an der Badstrasse, in dem sich heute das Restaurant «Schwyzerhüsli» befindet, eine eigene Konditorei. Im Jahre 1856 erhielt die Familie das Badener Bürgerrecht.

Sein Sohn, Hermann Himmel II, verlegte 1895 sein Geschäft in die von Architekt Dorer erbaute Liegeschaft – schräg gegenüber – am Bahnhofplatz 9. In der nicht nur eine neue Konditorei, sondern auch noch ein kleines, sehr bescheidenes Café eingerichtet wurde. Nach seinem Tod im Jahr 1905 führte seine Witwe – selbst eine geborene Himmel – das Geschäft alleine weiter, bis sie es im Jahre 1925 ihrem Neffen, Hermann Himmel III aus Davos, übergeben konnte. Dieser dritte Konditormeister aus der Dynastie Himmel, der in einer Konditorei in St. Gallen das Handwerk erlernt hatte, liess das Badener Geschäft umbauen und gab ihm das Gesicht, das es heute noch hat. Er führte die Firma bis zu seinem plötzlichen Tod (1953).

Nachfolger wurde sein Sohn, Hermann Himmel IV, der die renommierte Konditorei im Jahre 1991 an das Ehepaar Hans Jörg und Marianne Ernst verpachtet hatte. 2004 übernahm schliesslich Jörg Holstein das traditionsreiche Unternehmen.

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