Untersiggenthal

Wichtigstes Vorhaben in Jahrzehnten: Das 31-Millionen-Projekt steht vor der letzten Hürde

So soll das neue Zentrum aussehen: Blick auf den geplanten Dorfplatz, hinten die Mehrzweckhalle.

So soll das neue Zentrum aussehen: Blick auf den geplanten Dorfplatz, hinten die Mehrzweckhalle.

In Untersiggenthal wird über das neue Dorfzentrum abgestimmt. Aus der Bevölkerung sind kaum kritische Stimmen zu entnehmen — ein Grund dafür: Trotz der Hohen Kosten droht keine Steuererhöhung.

Eine Dreifachturnhalle, eine Mehrzweckhalle, ein neuer Dorfplatz und eine Tiefgarage: In Untersiggenthal wird an der Gemeindeversammlung am 28. November über ein Projekt abgestimmt, das mehreren Generationen zugute kommen soll, wie es Gemeindeammann Marlène Koller (SVP) formuliert.

Vorgesehen sind die Bauten auf der Fläche zwischen Gemeindehaus und Raiffeisenbank. Dass es sich um das wichtigste Vorhaben in der Gemeinde seit Jahrzehnten handelt, zeigt die Summe auf: 31,5 Millionen Franken beträgt der Kredit, über den abgestimmt wird.

Verkauf der Parzelle gibt der Gemeinde ein Polster

Für die Gemeinde mit rund 7200 Einwohnerinnen und Einwohnern bemerkenswert viel Geld. Doch eine Steuererhöhung wird nicht notwendig sein. Marlène Koller erklärt: «Einen Teil der Parzelle verkaufen wir im Baurecht, wir erhalten während der nächsten 99 Jahre 410'000 Franken jährlich. Wir haben mit der Asga Pensionskasse aus St. Gallen eine topseriöse Partnerin gefunden.» Der Vertrag, der bereits unterzeichnet ist, muss von der Gemeindeversammlung ebenfalls noch gutgeheissen werden.

Vorgesehen ist der Bau von zwei fünfstöckigen Gebäuden, in denen Wohnungen und Gewerbeflächen geschaffen werden. «Es wird mit Sicherheit ein Grossverteiler einziehen, welcher genau, steht noch nicht fest», sagt Koller.

Ein weiteres Grundstück auf einer anderen Parzelle im Dorf (im Gebiet Bungert) soll im Baurecht abgegeben werden, der angestrebte Baurechtszins von 650'000 Franken jährlich wird indirekt ebenfalls das neue Zentrum mitfinanzieren. Weitere 5 Millionen Franken an die Baukosten des Zentrums steuern die Ortsbürger bei – netto kostet das Vorhaben die Gemeinde somit 26,5 Mio. Franken.

Gemeindeammann Koller: «Bin zuversichtlich»

Während Grossprojekte aktuell vielerorts auf Widerstand stossen – beispielsweise das Aarauer Fussballstadion – sind aus Untersiggenthal bisher kaum kritische Stimmen zu hören. Auch der Projektierungskredit von 2,1 Mio. Franken war im vorletzten Sommer mit 188 gegen 30 Stimmen recht deutlich angenommen worden.

Koller: «Ich bin zuversichtlich, dass das Projekt Zentrum nächste Woche an der Gemeindeversammlung auch noch die letzte Hürde nehmen wird. Wir haben Bevölkerung und Vereine von Beginn an mit in die Planung einbezogen und einige Wünsche umsetzen können.» In der Mehrzweckhalle beispielsweise werde ein Boden eingebaut, der den Bedürfnissen der Rhönradriege entgegenkommt, die zur nationalen Spitze gehört.

An zwei Infoveranstaltungen – die erste für Personal und Kommissionen, die zweite für Gewerbe und Parteien –, sei die Stimmung sehr gut gewesen, so Koller. Heute Donnerstag findet um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle ein weiterer Infoanlass statt. Sollte die Gemeindeversammlung grünes Licht geben, könnte es schnell gehen: Der Baubeginn ist für 2021 vorgesehen, Mitte 2022 sollen die von der Einwohnergemeinde finanzierten Gebäude eingeweiht werden.

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