Baden

Wichtiger Schritt für Badener Kulturszene – «Royal» könnte trotz Sommerpause teilweise öffnen

Maximal 300 Gäste haben im Badener Kulturlokal «Royal» Platz.

Maximal 300 Gäste haben im Badener Kulturlokal «Royal» Platz.

Seit März mussten über 50 Veranstaltungen abgesagt werden. Nun überlegen die Betreiber des Badener Kulturlokals Royal sich, trotz Sommerpause einzelne Veranstaltungen durchzuführen.

Keine Konzerte, keine Partys, keine Deutschtreffs: Seit Mitte März ist es still im «Royal». Das Badener Kulturhaus musste wie alle anderen Lokale in der Schweiz wegen der Coronapandemie die Tore schliessen. Dass der Bundesrat ab dem 6. Juni private und öffentliche Anlässe mit bis zu 300 Personen wieder zulässt, erleichtert Andriu Deflorin, Präsident des Betreibervereins Kulturhaus Royal. «Wir freuen uns, dass das kulturelle Leben wieder stattfinden kann.» Der bundesrätliche Entscheid sei ein enorm wichtiger Schritt für alle Kulturschaffenden, nicht nur für Musikerinnen oder Theaterleute, sondern auch für Bühnen- oder Tontechniker. Was der Lockerungsschritt konkret für das «Royal» bedeutet, sei noch offen, so Deflorin.

Denn das Kulturlokal macht üblicherweise Sommerpause von Anfang Juni bis Ende August, da es in diesen Monaten sehr heiss wird im ehemaligen Kino. Nur der Deutschtreff «Kafi Royal», der jeweils am Dienstag Raum für Geflüchtete, Asylsuchende und Einheimische bietet, bleibt in dieser Zeit offen. «Wir werden im Team nun besprechen, wann das ‹Kafi Royal› unter welchen Bedingungen wieder durchgeführt werden kann.» Denkbar sei auch, ein kleines Sommerprogramm mit einzelnen Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Es seien zudem bereits Anfragen eingegangen, um das «Royal» für Anlässe zu mieten.

Die Auswirkungen des Lockdowns waren gross: Über 50 Veranstaltungen musste das «Royal» wegen der Coronapandemie absagen oder in den Herbst verschieben. «Wir haben zwölf Wochen lang null Einnahmen, und das bei gleichbleibenden Fixkosten», sagt Deflorin. «Die Situation ist herausfordern − das gilt aber für alle.» Das «Royal» setzt deshalb auf Crowdfunding auf der eigenen Website. Die Solidarität sei gross, so Deflorin. Auch von Handwerkern, die ihre Arbeit unentgeltlich verrichteten, oder von Gästen, die den Betrag spendeten, den sie sonst an einem Abend im «Royal» ausgegeben hätten.

Trotz geschlossenen Toren: Den Kontakt zu seinen Gästen wollte das «Royal»-Team nicht missen. Regelmässig schickt das Kulturlokal Lebenszeichen aus dem Lockdown. Mit humorvollen, historisch angereicherten Posts auf Facebook oder Instagram oder mit dem «Kei Party»-Bier, bei dem die sechs Clubs Gate54, LWB, Cordula Club, Nordportal, Royal und Werkk zum ersten Mal zusammenspannten. Zudem fanden unter Einhaltung der Sicherheitsmassnahmen auch Tonaufnahmen und Dreharbeiten für Videoclips statt.

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