Sport- und Erholungszentrum

Wettinger «Tägi»: Abgespecktes Projekt – Steuerfuss soll trotzdem steigen

Die geplanten Teilprojekte, die geplant, bewilligt und schliesslich bis 2019 realisiert werden sollen. Gemeinde Wettingen

Die geplanten Teilprojekte, die geplant, bewilligt und schliesslich bis 2019 realisiert werden sollen. Gemeinde Wettingen

Das Stimmvolk befindet am 28. September über einen Planungskredit von 3,332 Mio. Franken für das Sportzentrum. Die Kosten für das Projekt wurden um fast die Hälfte verringert, zudem erwartet der Gemeinderat eine Beteiligung der Gemeinden der Region.

Am 28. September kommt zum zweiten Mal ein Planungskredit vors Stimmvolk. Dieses lehnte vor zwei Jahren die 5,72 Mio. Franken für ein damals 84 Mio. Franken schweres Vorhaben unerwartet klar ab. Jetzt gelangt ein Planungskredit von 3,332 Mio. Franken zur Abstimmung, hinter dem ein fast auf die Hälfte abgespecktes Projekt mit Kosten von 47 Mio. Franken steht.

Steuerfuss muss ohnehin steigen

Nichtsdestotrotz bleiben in Wettingen die Kosten immer Thema Nummer eins. Weil gemäss Finanzplan mehrere grössere, zum Teil vertagte Vorhaben gleichzeitig auf die Gemeinde zukommen, denkt der Gemeinderat nach der Steuerfusserhöhung per 2013 um drei Prozent (von 89 auf 92) auf das Jahr 2015 an eine weitere Anhebung auf 95 Prozent.

«Mittelfristig sollen zur Entlastung der Steuerzahler die Schulden abgebaut und der Steuerfuss reduziert werden», sagt der Gemeinderat, der als strategisches Ziel auch den finanziellen Handlungsspielraum vergrössern will.

Weil die Gemeinde im Sinne der Aufgabenerfüllung als Zentrumsgemeinde eine solche Investition wie diejenige für das «Tägi» auf sich nimmt, erwartet der Gemeinderat zugleich, dass sich die Regionsgemeinden an den Kosten beteiligen. Darum will er Verhandlungen aufnehmen, um Beiträge festzusetzen.

Ergebnis des Findungsprozesses

Bei der Mittelvariante, handle es sich um «ein ausgewogenes Projekt», schickt der Gemeinderat in der Vorlage voraus. Sie wurde vom Einwohnerrat aus drei verschiedenen Varianten ausgewählt und mit 45 Ja gegen 2 Nein-Stimmen klar durchgewinkt.

Aus der Niederlage im Herbst 2012 hatte der Gemeinderat seine Lehren gezogen und zuerst eine Umfrage durchführen lassen. Die Antworten zeigten ihm auf, dass die Wettinger zwar an ihrem «Tägi» hängen, aber nicht so viele Steuergelder dafür investieren wollen.

Aus einem Findungsprozess mit einer Begleitkommission, in der die Abstimmungskomitees vertreten waren (pro und kontra), gingen eine Minimal- und eine Maximalvariante hervor. Aufgrund der Ergebnisse der öffentlichen Mitwirkung wurde noch eine Mittelvariante ausgearbeitet. Diese drei Varianten wurden dem Einwohnerrat zur Abstimmung unterbreitet.

Die Begleitkommission erachtet das Kosten-/Nutzenverhältnis der Mittelvariante als ideal, weil diese Variante betriebliche Verbesserungen und den Nutzern sowie Nutzerinnen einen Mehrwert bringe. Die Kosten werden aber so oder so weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Die externe Projektleitung soll darum auch das Controlling über die Einhaltung der Kosten und der Terminvorgaben sicherstellen.

Betriebskosten auch ein Thema

Der künftige Betrieb wird ebenso unter dem Aspekt der Kosten funktionieren müssen, hält der Gemeinderat fest. Zu diesem Zweck will er einen neuen Bericht «Betreibermodell» im Hinblick auf das spätere Bauprojekt ausarbeiten lassen. Auf diesem Weg soll der Gemeinderat erfahren, wie die Anlageteile betrieblich, organisatorisch und finanziell betrieben werden sollen.

Im Vordergrund stehe eine öffentlich-rechtliche, unselbstständige Betriebsgesellschaft, die das «Tägi» als Ganzes eigenwirtschaftlich führe, schreibt der Gemeinderat – ähnlich wie die heutige Rechtsform des EWW (Elektrizitäts- und Wasserwerk). Dabei wird nicht mehr das «Tägi» als Gesamtpaket finanziert (Objektfinanzierung) sondern der Betrieb oder vielmehr dessen Nutzerinnen und Nutzer gemäss dem Verursacherprinzip (Subjektsubventionierung).

Die nächsten Meilensteine sind: Baukredit vor dem Einwohnerrat (Winter 2015/16), Entscheid Stimmvolk (Frühling 2016), Baubewilligung/Submission (2016/2017), Baubeginn (2017) und Eröffnung des sanierten «Tägi» im 2019.

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