Gewiss ist, dass der Sieger am 3. März feststeht und entweder Roger Huber (FDP) oder Geri Müller (team baden) heissen wird. Denn andere Kandidaten als die beiden angemeldeten Politiker sind nicht mehr wählbar, und ein weiterer, 3. Wahlgang ist ausgeschlossen, weil das relative Mehr gilt: Wer mehr Stimmen erhält, ist gewählt.

Dass nun nicht in jedem Fall die Wähler den Stadtammann bestimmen, liegt an der Möglichkeit, dass beide Kandidaten genau gleich viele Stimmen erhalten könnten. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist zwar äussert gering, aber sie besteht, weshalb für den Fall der Fälle im Gesetz über die politischen Rechte ein eigener Paragraf geschaffen wurde.

Losentscheid wäre möglich

Paragraf 34 dieses Gesetzes schreibt vor, dass bei gleicher Stimmenzahl in allen Wahlgängen das Los entscheidet. Marco Sandmeier, stellvertretender Stadtschreiber in Baden, erklärt: «Ich kann mich nicht erinnern und habe auch noch nie davon gehört, dass es in Baden zu einem Losentscheid kam. Wir würden die Namen der beiden Kandidaten auf ein Zettelchen schreiben und aus einem Behälter ziehen. Wir müssten Zettelchen und Behälter erst noch organisieren, aber ich kann allen Badenerinnen und Badenern versichern, dass ein Losentscheid korrekt über die Bühne gehen würde.»

Nun stellt sich eine weitere Frage: Falls die Badener Stadtammannwahl zu einer Lotterie verkäme – wer wäre dann die Glücksfee? Oben genannter Paragraf 34 besagt: «Die Ziehung des Loses obliegt bei Gemeindewahlen dem Präsidenten des Wahlbüros.» Gemäss Website der Stadt Baden ist der Präsident des Badener Wahlbüros kein Unbekannter: Es ist ein Kandidat für das Stadtammannamt – Vizeammann Geri Müller. Stadtschreiber-Stellvertreter Marco Sandmeier erklärt: «Weil Geri Müller selber als Kandidat nominiert ist, werden die Stadtammann- und Stadtratswahlen von Frau Friedensrichterin Irène Wehrli-Zünd überwacht.»

Die potenzielle Glücksfee Wehrli-Zünd sagt, sie würde die Stimmen erst nochmals zählen lassen, falls beide Kandidaten nach der ersten Auszählung gleichauf lägen. Sie liess sich einst von der FDP als Friedensrichterin portieren – der Partei also, für die Roger Huber ins Rennen um das Stadtammannamt geht. «Der Eid, den ich abgelegt habe, verpflichtet mich zu absoluter Ehrlichkeit und Neutralität», erklärt Irène Wehrli-Zünd und versichert: «Falls es zum Losentscheid kommen sollte, werden beide Kandidaten dieselben Chancen haben.»