Die Katze braucht ihr Essen - oder sie bringt haufenweise Mäuse nach Hause -, die Blumen brauchen ihr Wasser, der Garten seine Pflege und auch der Briefkasten muss geleert werden. Alltägliche Dinge, die kompliziert werden, wenn der Hausbesitzer in die Ferien geht.

Die erste Sommerferien-Woche im Aargau ist angebrochen. Wer bereits verreist ist, weiss es, wer noch verreist, sollte es wissen: Damit all diese alltäglichen Dinge auch in den Ferien richtig ablaufen, bedarf es einigem Organisationsvermögen. Oft hilft der Nachbar in diesen Fällen, doch nicht immer funktioniert diese Lösung.

Schwieriger Start bis zum Boom

Genau diese Nische hat sich Priska Baumgartner zunutze gemacht: Sie gründete vor 17 Jahren in Remetschwil den Speedy-Service und kümmert sich seither um Häuser, deren Besitzer in den Ferien weilen. Vor zehn Jahren kam ihre Partnerin Katja Fritzsche hinzu. Sie kümmern sich um den Haushalt, Garten und um die Tiere - einzig Hunde betreuen sie nicht, Exoten-Tiere nach Absprache.

«Unser Angebot ist je länger desto mehr ein Bedürfnis», sagte Fritzsche gegenüber 20 Minuten. «Vor 17 Jahren bin ich aber noch nicht wirklich ernst genommen worden», ergänzt Baumgartner. Doch mittlerweile können sich die zwei Frauen kaum mehr retten vor Arbeit.

Housesitterin Priska Baumgartner im Interview

Houssitterin Priska Baumgartner im Interview

Bei unserem Treffen sind sie in einem Haus in Oberwil-Lieli, an schöner Lage. Hier haben sie vier norwegische Waldkatzen zu betreuen, müssen ihnen Medikamente geben, wässern die Pflanzen und betätigen die elektrischen Storen. «Wenn wir merken, dass eines der Tiere kränkelt, gehen wir nach Absprache mit dem Besitzer auch zum Tierarzt», sagt Baumgartner.

Jeweils vor Antritt der Ferien regeln sie mit dem Bewohner, welche Leistungen im Preis inbegriffen sind. Auch die Fahrt zum Flughafen kann «gebucht» werden. So kostet ein Durchschnittshaushalt mit zwei Katzen im Schnitt 30 Franken pro Tag.

Leben im Haus gegen Einbrecher

Sind die beiden Frauen im Haus, wird signalisiert, dass jemand zu Hause ist. Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, rät: «Es ist wichtig, dass man in den Ferien trotzdem versucht, Leben im Haus vorzutäuschen.» Manchmal seien ganze Quartiere wie ausgestorben. Dann sei es umso wichtiger, dass sich jemand ums Haus kümmert. Sprich: Die Rollläden bedient, den Briefkasten leert oder auch den Rasen mäht.

Und so stehen Priska Baumgartner und Katja Fritzsche vor intensiven Wochen: In den Sommerferien betreuen sie jeweils bis zu 30 Häuser am Tag. Der Arbeitstag beginnt um fünf Uhr morgens und endet, wenn abends die letzte Katze freudig ihr Essen herunterschlingt.