Badenfahrt

Wenn die Party vorbei ist: Frühmorgens auf Güseltour mit dem Werkhof-Team

Die Werkhof-Mitarbeiter reinigen nach Festschluss die Stadt – ein Streifzug frühmorgens.

«Einige Beizenbetreiber verstehen nicht, dass diese Abfallsäcke nicht hierhin gehören», sagt Werkhof-Mitarbeiter Markus Muff leicht verärgert. Er zeigt im Graben auf einen der Big Bags, in dem Festbesucher ihren Müll entsorgen können, und greift nach einem 110-Liter-Abfallsack. Dabei habe man den Vereinen mehrmals erklärt, wie der Müll zu entsorgen sei. «Es gibt einige, die haben das Gefühl, sie dürfen machen was sie wollen.» Doch im Grossen und Ganzen verhielten sich die Beizenbetreiber und Festbesucher korrekt.

Impressionen von der Putzete der Werkhofmitarbeiter und verschiedenster Badener Politprominenz nach der vierten Badenfahrtnacht

Impressionen von der Putzete der Werkhofmitarbeiter und verschiedenster Badener Politprominenz nach der vierten Badenfahrtnacht

Rückblende. Es ist kurz vor fünf Uhr morgens. Mitarbeiter und Freiwillige haben sich in der Cafeteria des Werkhofs beim Schadenmühleplatz versammelt. «Heute wird es ein ruhiger Tag, auf den Strassen sieht es gut aus», sagt Betriebsleiter Matthias Messerli. Danach startet jede Gruppe – vier sind es am Dienstagmorgen – ihre Tour. Für Mitarbeiter Muff und sein Team heisst es nun, den Bereich beim Schulhausplatz und im Graben zu säubern. Sie ziehen mit Besen, Greifzange und Rechen los. Als Erstes wechseln sie bei den Abfallstationen die Säcke aus. Dann tragen sie diese zusammen und stellen sie an den Strassenrand. Aus den Säcken sickert Flüssigkeit, es riecht nach Bier, Essensresten, manchmal auch nach Urin.

Später fegen Mitarbeiter und Freiwillige den Abfall auf die Strassen, der kurz darauf von Wischmaschinen aufgesaugt wird. «Im Graben sieht man, dass die Post abgeht, hier sammelt sich mehr Kehricht an als beispielsweise auf dem Kirchplatz», sagt Muff, der seit über 20 Jahren beim Werkhof arbeitet. Das hänge auch damit zusammen, dass sich hier mehr Junge aufhalten. «Sie geben in der Regel weniger Acht als Ältere.» Dass Abfall achtlos weggeworfen wird, lasse sich fast nicht verhindern. Seit am Stadtfest 2012 die Mehrwegbecher eingeführt worden sind, liege aber massiv weniger Abfall am Boden. Damals waren die Becher rund 600 000 Mal im Umlauf. Heuer rechnet man mit höheren Zahlen. «Ob mehr oder weniger Abfall, wir müssen trotzdem jede Ecke wischen», sagt Muff.

Während der Strassenputzete gab es auch Zeit, sich auszutauschen. Werkhof Mitarbeiter Markus Muff und Stadtrat Erich Obrist diskutieren über das Abfallproblem und das fehlende Bewusstsein

Während der Strassenputzete gab es auch Zeit, sich auszutauschen. Werkhof Mitarbeiter Markus Muff und Stadtrat Erich Obrist diskutieren über das Abfallproblem und das fehlende Bewusstsein

Über 200 Tonnen Abfall

Vier Stunden später ist die Arbeit beendet, die Teams kehren zurück in den Werkhof. Mit dabei waren auch verschiedene Politiker, darunter die beiden Stadträte Erich Obrist und Roger Huber, der dem Werkhofleiter vorsteht. Auch die Einwohnerräte Esther Frischknecht, Assunta Seiler-Cuccu, Adrian Humbel, Philipp Ramseier und Daniel Schneider packten mit an. Letzterer zieht eine positive Bilanz: «Es macht Freude zu sehen, wie die Strassen, die zuvor mit Abfallbergen gesäumt waren, wieder sauber sind.» Seine Frau Raphaela Schneider fügt an, dass die Putzete eine tolle Erfahrung gewesen sei. «Als Festbesucher sieht man nur die schönen Bauten. Aber das, was der Werkhof macht, nimmt man kaum wahr, sondern betrachtet es als selbstverständlich.»

FDP-Einwohnerrat Daniel Schneider berichtet von seinen Eindrücken der frühmorgendlichen Putzete an der Badenfahrt.

FDP-Einwohnerrat Daniel Schneider berichtet von seinen Eindrücken der frühmorgendlichen Putzete an der Badenfahrt.

FDP-Einwohnerrat Daniel Schneider: «Wir waren fast etwas enttäuscht, denn es hatte etwas wenig Abfall.»

Es sei toll, dass man so gut unterstützt werde. «Das gibt uns Luft», sagt Thomas Stirnemann. Bis Ende Badenfahrt rechnet der Werkhofleiter, dass sein Team bis zu 150 Tonnen Abfall aus dem Festgebiet kehren wird. «Mit dem Abbau werden wohl weitere 80 Tonnen hinzukommen.»

Während die Freiwilligen wieder ihren angestammten Tätigkeiten nachgehen, kehren die Werkhof-Mitarbeiter zurück auf die Strassen. Jetzt stehen die Aussenquartiere an – der Betrieb geht trotz Badenfahrt weiter.

Die schönsten Augenblicke der Badenfahrt:

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