Vor dem Risotto hat sich eine lange Schlange gebildet. Bis ganz ans Ende des Zelts stehen die Wettinger und Wettingerinnen an, um eine Portion zu erhalten. Wer nicht so lange warten will, holt sich stattdessen eine Wurst. Essen steht am Nationalfeiertag immer im Vordergrund. Egal wo.

Das weiss auch Festrednerin Renata Siegrist (GLP): Die Grossratspräsidentin erzählte von einer 1.-August-Feier Ende der 80er-Jahre, als sie in Johannesburg lebte. 2000 von Bell gesponserte Würste wurden von der damaligen Swissair nach Südafrika eingeflogen und auf aufgeschnittenen Fässern gebraten.

Siegrist war für die Kasse verantwortlich, eine ausrangierte Basler-Läckerli-Büchse. «Ich habe leider, leider nie mehr einen solch grossen Haufen Geld vor mir liegen sehen», erzählte sie lachend. Die vielen Leute, Schweizer, Deutsche, Österreicher, seien nicht etwa wegen der tiefgründigen Rede des Botschafters gekommen, sondern wegen der Bratwürste und des Thomi-Senfs. «2000 Würste haben geschafft, was die Politik bis heute nicht hinkriegt», schloss Siegrist. «Die Menschen zusammenzubringen.»

Dabei beliess es die Rednerin nicht. Sie erzählte auch vom 2-Fränkler und der sich darauf befindenden Helvetia und dass der Schweiz der Feind abhandengekommen ist. Deshalb animierte sie das zahlreich anwesende Wettinger Publikum, sich mutig gegen den Klimawandel zu wehren. Wie sich auch Helvetia mit Schild und Speer wehrt. (sku)