Spreitenbach

Weitere Mängel festgestellt: Die Hallenbaderöffnung verzögert sich erneut

Wegen unerwarteter Arbeiten konnte das Spreitenbacher Hallenbad nicht wie geplant im Sommer öffnen.

Wegen unerwarteter Arbeiten konnte das Spreitenbacher Hallenbad nicht wie geplant im Sommer öffnen.

Weil die neue Abdichtung des Schwimmbeckens Wasser durchliess, öffnet das Spreitenbacher Bad erst im Januar.

Seit dem 6. Juli 2019 konnten die Spreitenbacherinnen und Spreitenbacher ihr Hallenbad beim Shoppingcenter nicht mehr nutzen. Das 50 Jahre alte Bad wurde einer Totalsanierung unterzogen. Dies vor allem wegen der in die Jahre gekommenen Technikanlagen. Die Wiedereröffnung war zuerst auf diesen Sommer vorgesehen; damit die Schülerinnen und Schüler ab dem neuen Schuljahr wieder in den Genuss von Schwimmunterricht kommen. Doch bereits Ende Mai war klar, dass dieser Zeitplan zu sportlich war: An der Decke, die neu gewellt und mit blau angemalten Holzlatten daherkommt, mussten statische Massnahmen vorgenommen werden. Die Tragkonstruktion war zwar noch stabil, doch um mehrere Jahrzehnte Sicherheit zu haben, verbesserte man diese.

Die Eröffnung wurde deshalb auf nach den Herbstferien verschoben. Doch auch dazu kam es nicht: Weitere Mängel wurden festgestellt. «Beim Becken wurden alle Platten entfernt und eine neue Abdichtung aufgetragen, welche wir auf ihre Dichtigkeit getestet haben», sagt der stellvertretende Bauverwalter André Wenzinger. Weil diese den Tests aber nicht standhielt, mussten weitere vertiefte Arbeiten vorgenommen werden.

Das bedeutet, dass der Zeitpunkt der Wiedereröffnung erneut verschoben werden musste, auf Januar 2021. Der Termin sei nun definitiv: «Die Eröffnung wäre eventuell im späten Dezember möglich, weil aber noch Weihnachtsferien sind, öffnen wir im Januar.» Das Schulschwimmen solle aber bald möglichst wieder starten. Anderthalb Jahre musste in Spreitenbach auf Schwimm­kurse verzichtet werden.

Trotz Widerstand stimmte das Volk für die Sanierung

Das Schulschwimmen ist auch der Hauptgrund, warum das Hallenbad überhaupt saniert wurde. Stand doch vor zwei Jahren auch die Option zur Debatte, nicht mehr in das Hallenbad zu investieren und stattdessen den Neubau einer Doppelturnhalle zu prüfen. Um den Schwimmunterricht in der Gemeinde aber weiterhin sicherzustellen, hielt die Exekutive am eigenen Bad fest – obwohl Schwimmunterricht gesetzlich nicht vorgeschrieben ist und dies Spreitenbach durch jährlich wiederkehrende Kosten am Ende teurer zu stehen kommt.

An der Gmeind vom 19. Juni 2018 sprach die Bevölkerung einen Kredit von fünf Millionen Franken. Im Vorfeld hatte die Geschäftsprüfungskommission ein Nein empfohlen und die SVP-Ortspartei einen Rückweisungsantrag gestellt. Der Kredit wurde aber klar mit 139 zu 11 Stimmen angenommen.

Gleichzeitig mit der Hallenbadsanierung erfolgte auch die Sanierung der Aussenhülle durch die Grundeigentümerschaft des Shoppis, die diese Kosten übernahm. Damit würden die Nettokosten für die Gemeinde rund 4,5 Millionen Franken betragen. Durch die Verzögerung und die weiteren Arbeiten werde der gesprochene Kredit zwar überschritten, aber nicht dramatisch, so Vizeammann Markus Mötteli (CVP).

Dass die Sanierung länger als geplant gedauert hat, das sei natürlich bedauerlich, sagt Bauverwalter Wenzinger, «aber dafür haben wir danach für viele Jahre ein einwandfreies Hallenbad». Die neuen Eintrittspreise und Öffnungszeiten sollen bald auf der Website publiziert werden.

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