Regionales Pflegezentrum Baden

Wegen hoher Nachfrage in der Schwerst- und Spezialpflege: Neubauten sollen bis 2022 stehen

Hans Schwendeler (Direktor) und Regula Dell’Anno (VR-Präsidentin).

Hans Schwendeler (Direktor) und Regula Dell’Anno (VR-Präsidentin).

Die Regionale Pflegezentrum Baden AG baut Spezialgebiete wie Demenzpflege und Sterbebegleitung aus. Im Rahmen ihrer «Strategie 2015+» arbeitet die Institution kräftig an deren Umsetzung.

Es kehrte Ruhe ein, nachdem das Stimmvolk im November 2015 mit einer Dreiviertelmehrheit der Rechtsformänderung des Regionalen Pflegezentrums Baden (RPB) zugestimmt hatte. Die kritischen Stimmen sind mehrheitlich verstummt. Bei der Regionalen Pflegezentrum Baden AG (RPB) wird seither heftig an der «Strategie 2015+» gefeilt respektive an ihrer Umsetzung gearbeitet.

Bereits zuvor hat die RPB-Führung mit der zuständigen Stadträtin Regula Dell’Anno, seit 1. Januar 2016 Verwaltungsratspräsident, die Stossrichtung bekannt gegeben. Das RPB legt mit ihrer Strategie den Fokus nicht mehr auf Expansionskurs, sondern auf die Region.

Das bedeutet, dass es die Aussenstationen abgeben beziehungsweise sich von ihnen trennen will. Das gilt für den im 2012 für 6,5 Mio. Franken erworbenen Sonnenblick in Wettingen wie für die Aussenstandorte in Oeschgen, Laufenburg und Bad Zurzach, wo man neue Betreiber sucht oder die Mietverträge kündigen wird.

Mit den Neubau-Projekten auf dem RPB-Areal wird man die 500 Stellen jedenfalls beibehalten können. Regula Dell’Anno bestätigt: «Es ist vorgesehen, die Tätigkeit an den Aussenstandorten erst dann einzustellen, wenn die Neubauten auf dem RPB-Areal bezogen werden.» Wie das an den verschiedenen Standorten gelöst werden soll, sei derzeit Gegenstand von Gesprächen, sagt Dell’Anno. Auch für den Sonnenblick sucht man einen Übernehmer.

Alterswohnen auf dem RPB-Areal

Auch im Kerngeschäft, der Schwer- bis Schwerstpflege, stehen Änderungen an. Beim Pflegebereich nimmt das RPB eine Umlagerung von Plätzen bei den Spezialgebieten vor. Das gilt für die Demenz- und Schwerstpflege aber auch für den palliativen Bereich des Sterbens.

Neu kommt auf dem RPB-Areal das Alterswohnen hinzu. Es sind 80 Wohnungen vorgesehen, vorwiegend 2,5-Zimmer-, aber auch 3,5- und 1,5-Zimmer-Wohnungen. Mieter können zusätzliche Leistungen beziehen (Reinigung, Wäsche, Mahlzeiten etc.). Für die Pflege bietet das RPB ihre Spitex an. Alle Angebote wird das RPB gemäss Strategie künftig nur am Standort Baden anbieten.

So wird sich die Regionale Pflegezentrum Baden AG künftig positionieren.

«Es haben sich bereits Interessenten gemeldet, ohne dass von Wohnungen schon offiziel etwas bekannt gemacht worden ist», sagt RPB-Direktor Hans Schwendeler. Er ist überzeugt, dass das Interesse für Alterswohnen steigen wird. Dies folgert er aufgrund der langen Wartelisten für die Alterswohnungen im Alterszentrum Kehl.

«Demenz» wird verdoppelt

Infolge der wachsenden Nachfrage bietet das RPB für die Demenzpflege künftig 168 Betten an, eine Verdoppelung des Angebotes. Hinzu kommt eine neue Pflegeabteilung mit 20 Betten für gerontopsychiatrische Langzeitpflege. Dieses Betreuungsangebot wird für Menschen geschaffen, bei denen chronisch psychiatrische Erkrankungen im Vordergrund stehen.

Laut Schwendeler wird die Nachfrage in der Schwerst- und Spezialpflege nach wie vor steigen. Das RPB plant darum eine Infrastruktur für spezialisierte Pflegeplätze und individuelle Dienstleistungen. Dafür sollen in der Mittel- und Schwerpflege 60 Betten eingeplant werden. Bei der Schwerstpflege sind fünf Plätze für Menschen vorgesehen, die dauerhaft den Einsatz von Beatmungsgeräten benötigen.

20 Pflegeplätze bekommen ein Ambiente für jüngere Pflegebedürftige, gekoppelt mit altersentsprechenden Aktivitäten. Das habe man schon länger vermisst, sagt Schwendeler. Auch begrenzte Ferien- oder Temporärangebote für Pflegebedürftige, so zur Entlastung von pflegenden Angehörigen, will man vielfältig ausbauen.

Nebst der «Palliative Care» im Sterbebereich auf allen Pflegeabteilungen will das RPB bereits ab nächstem Jahr eine zertifizierte separative Palliativ-Abteilung für Menschen mit unheilbaren oder chronisch fortschreitenden Krankheiten anbieten. «Wenn es ums Sterben geht, ist bei betroffenen Menschen oft der Wunsch da, sich etwas zurückziehen zu dürfen. Damit können wir auch den individuellen Bedürfnissen besser Rechnung tragen.»

«Wir treiben nächstes Jahr die Planung voran und starten im 2018 die Bauplanung», sagt Schwendeler. Aufgrund der Businesspläne wird geklärt, was sich baulich realisieren lässt. Als Aktiengesellschaft im Eigentum der Stadt untersteht das RPB dem Submissionsgesetz. Dadurch müssen sämtliche Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden, was laut Schwendeler zusätzlich ein Jahr in Anspruch nehmen wird. Dennoch ist der Bezug der Neubauten auf 2021/2022 terminiert.

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