Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die SVP-Grossrätin und selbst ernannte Müll-Prinzessin Karin Bertschi im Dezember in Muri im Freiamt den vierten Recyclinghof eröffnen will; nach Reinach, Hunzenschwil und Spreitenbach. «Ursprünglich war vorgesehen, dass wir zuerst Spreitenbach eröffnen und dann einige Monate später Muri», hatte Bertschi, Geschäftsführerin der Recycling-Paradies AG, letzte Woche verlauten lassen.

Jetzt ist klar, weshalb der Recyclinghof im Freiamt vor Spreitenbach in Betrieb genommen werden soll. Das Projekt in Spreitenbach ist offenbar ins Stocken geraten. Wie der «SonntagsBlick» in der gestrigen Ausgabe schreibt, ist Bertschi mit ihrem Recyclinghof in Spreitenbach gestoppt worden.

Der Bau laufe nicht ganz so glatt wie erhofft, heisst es. Spreitenbach habe im Juni einen Baustopp angeordnet, wird Gemeindepräsident Valentin Schmid zitiert. Als Grund wird eine Änderung zum bewilligten Baugesuch angeführt: Im Gesuch war die Gebäudehöhe offenbar um einen Meter zu tief angegeben. Dem Bauherrn sei bei der Aufnahme der Höhenangabe ein Fehler unterlaufen, so die Erklärung von Karin Bertschi. Das Gesuch musste deshalb nochmals aufgelegt werden. In der Zwischenzeit konnte die Situation offenbar geklärt werden. Nach mehrmonatiger Zwangspause sei die Baufreigabe nun erteilt, heisst es.

Bei der Eingabe des Baugesuchs hatte Bertschi gehofft, die zwei grossen Hallen im Herbst 2018 in Betrieb nehmen zu können. Geplant war eine Gesamtinvestition von 6,5 Millionen Franken. 

Karin Bertschi und die Mitbesitzer der Firma, ihre drei Geschwister, planen, in Spreitenbach rund 14 Arbeitsplätze (meist Teilzeitstellen) zu schaffen. (str/az)

Gut gelaunt: Karin Bertschi am Bagger.

Gut gelaunt: Karin Bertschi am Bagger beim Spatenstich in Spreitenbach (November 2011)