An der Badstrasse sollen die in die Jahre gekommenen Häuser Nummer 25, 27 und 29 sowie das Haus am Brenntweg 1 dem Neubau «Metropol» weichen. Der Unternehmer Dölf A. Köpfli plante ursprünglich, im März 2018 mit dem rund 20 Millionen Franken teuren Neubau zu beginnen. Die Stadt Baden hat das Projekt aber noch nicht bewilligt. Dennoch sind einige der Geschäfte bereits ausgezogen. Nur wenige wollen in den Neubau zurückkehren.

Kovats Optik

Nach wie vor an der Badstrasse 29 anzutreffen ist die Kovats Optik AG. Wann er und sein Team die Räumlichkeiten verlassen werden, weiss Gabor Kovats noch nicht. Er führt das fast 150 Jahre alte Unternehmen, das seit 1956 an der Badstrasse zu Hause ist, bereits in fünfter Generation. «Wir sind zurzeit in Verhandlungen. Mehr verraten kann ich noch nicht.» Er versichert jedoch: «Sofern nicht alle Stricke reissen, bleiben wir der Stadt Baden erhalten.»

Das sogenannte «Kovats»-Haus ist erst seit knapp einem Jahr Bestandteil des Gesamtprojekts «Metropol». Das Haus sei alt, die überfällige Sanierung wäre sehr teuer gekommen, sagt Gabor Kovats. «Das Haus zu verkaufen und uns nach einem neuen Lokal umzusehen, war schliesslich die beste Option.» Eine Rückkehr in den Neubau sei bis jetzt nicht geplant. Im Hinblick auf den Wegzug komme sicher Wehmut auf. «Doch die Freude über das, was neu kommt, überwiegt eindeutig.»

Unterwäscheladen Intimissimi

Auch die Lingerie-Kette Intimissimi, die zur italienischen Calzedonia-Gruppe gehört, bedient ihre Kunden noch an der Badstrasse 25. Das soll auch in Zukunft so bleiben, wie die Gruppe auf Anfrage verlauten lässt: «Intimissimi wird mittel- bis langfristig am Standort Baden festhalten. Bereits Ende dieses Jahres ist die Eröffnung eines weiteren Standorts für das ‹Calzedonia Group›-Konzept in der Badstrasse geplant.» Mehr will das in Verona ansässige Modeunternehmen nicht verraten. «Die ‹Calzedonia Group› kann momentan keine weitere Stellungnahme zum bestehenden Standort an der Badstrasse geben.»

Stoffzentrale

Erst kürzlich zog die Stoffzentrale vom Brenntweg 1 an die Weite Gasse 10. Über 30 Jahre verkaufte das Geschäft in Baden Stoffe, Schnittmuster und Nähzubehör. «Es war schade, dass wir nach so langer Zeit dort ausziehen mussten», sagt Joe Taugwalder, in der dritten Generation Inhaber und Geschäftsführer der Stoffzentrale. 1½ Jahre lang suchte das Aarauer Unternehmen ein neues Lokal für die Badener Niederlassung. «Es war schwierig, etwas Zentrales zu finden, das auch zahlbar ist», sagt Taugwalder.

Der Auszug entwickelte sich aber schliesslich zu einem Glücksfall: «Mit 160 Quadratmetern haben wir am neuen Ort nun doppelt so viel Platz wie vorher», sagt er. «Wir kommen luftiger und frischer daher, konnten das Sortiment um Vorhänge und Nähmaschinen erweitern und können neu auch Nähkurse anbieten.» Zudem stockte die Firma das Personal von vier auf sechs Mitarbeiter auf. Von Donnerstag bis Samstag feierte die Stoffzentrale die Neueröffnung an der Weiten Gasse. Eine Rückkehr in den Neubau «Metropol» kommt für Taugwalder nicht infrage. «Wir sind glücklich, wo wir jetzt sind.»

Dessousladen Perosa

Der Unterwäscheladen Perosa zog Anfang Oktober ins gegenüberliegende Haus an der Badstrasse 32. Für Roger Schärer, CEO des Luzerner Unternehmens, eine Chance: «Wir haben jetzt eine doppelt so grosse Fläche zur Verfügung.» Zudem sei das Haus an der Badstrasse 27 baufällig, eine Renovation wäre sehr teuer geworden. Ob «Perosa» wieder in den Neubau zurückkehrt, weiss Schärer trotz Vormietvertrag noch nicht: «Es hängt von den Konditionen ab.»

Schmuckgeschäft La Pierre

Schon im Februar zog der Steinladen La Pierre nach 24 Jahren an die Weite Gasse 16. Geschäftsführerin Erika Rentsch hätte gerne das 25-Jahr-Jubiläum an der Badstrasse 27 gefeiert. «Aber als wir hörten, dass das Lokal frei wird, mussten wir die Gelegenheit nutzen», sagt sie. Denn hätte sie mit dem Umzug gewartet, wäre sie das Risiko eingegangen, keinen Laden mehr in der Badener Innenstadt zu finden. Der neue Laden war zuvor ein Goldschmiedatelier und sei deshalb wie geschaffen für «La Pierre». Man habe in etwa gleich viel Platz wie vorher.