Coronakrise

Wasser-Engpass in Remetschwil während Coronakrise: «Viele Leute füllen die Swimming-Pools»

In Remetschwil ist der Wasserverbrauch auf das Doppelte der üblichen Menge gestiegen.

In Remetschwil ist der Wasserverbrauch auf das Doppelte der üblichen Menge gestiegen.

Wegen Corona sind in Remetschwil mehr Menschen zu Hause als üblich – der Wasserverbrauch steigt auf das Doppelte an. Nach kurzfristigen Engpässen bei der Wasserversorgung reagiert nun die Gemeinde.

Händewaschen ist Pflicht, der Geschirrspüler läuft häufiger als sonst, und es wird mehr zu Hause gekocht: Die Coronapandemie wirkt sich vielerorts auf den Wasserverbrauch aus. In Deutschland beispielsweise ist der Verbrauch um zehn Prozent gestiegen. Aussergewöhnlich ist die Meldung der Gemeindekanzlei Remetschwil: Während der Coronakrise wurde ein so hoher Verbrauch beim Trinkwasser festgestellt, dass kurzfristige Engpässe bei der Wasserversorgung die Folge waren.

Gemeindeammann Rolf Leimgruber (parteilos): «Die Erklärung ist einfach: Wir sind eine Wohngemeinde, normalerweise verbringen die meisten Menschen den Tag im Büro. In der Coronakrise war das Gegenteil der Fall: Viele arbeiteten zu Hause. Entsprechend ist der Wasserverbrauch stark gestiegen.»

Wie stark, weiss Brunnenmeister Bernhard Andres. «Normalerweise werden in Remetschwil im Frühling rund 300000 Liter Wasser pro Tag gebraucht. In den vergan­genen Wochen waren es im Durchschnitt rund doppelt so viel.» An einem Spitzentag im April wurden gar 900000 Liter aus den Hähnen gelassen – das Dreifache der üblichen Menge.

Auch die Trockenheit führte zu höherem Wasserverbrauch

Einer der Hauptgründe für den hohen Wasserverbrauch wird in der Mitteilung der Gemeinde genannt: «Das Einfüllen von Schwimmbädern.» Der Brunnenmeister sagt: «Die Menschen waren zu Hause, genossen das Wetter und viele füllten die Pools.» Gemeindeammann Leimgruber sagt dazu: «Ich war erstaunt, als ich vom Brunnenmeister auf diese Ursache hingewiesen wurde. Aber ich warf mit Google Earth einen Blick auf unsere Gemeinde und stellte fest: Es gibt nicht wenige Einfamilienhäuser mit Swimmingpools.»

Auch die Trockenheit führte zu höherem Wasserverbrauch, erklärt Brunnenmeister Bernhard Andres. «Viele gossen die Pflanzen in ihren Gärten.» Laut Mitteilung reagiert die Gemeinde Remetschwil nun auf den zunehmenden Wasserverbrauch. «Der verantwortliche Brunnenmeister hat in Absprache mit dem Gemeinderat entschieden, die öffentlichen Brunnen noch nicht wieder laufen zu lassen, bis sich die Situation entspannt hat.» Die Wiederinbetriebnahme sei noch im Laufe des Junis vorgesehen. «Die Bevölkerung wird höflich um Verständnis gebeten.»

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