Petition

Was tun gegen Autoposer? So will die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal vorgehen

Getunt oder zu laut? Viele sind genervt von dem unnötigen Lärm der Autoposer. (Symbolbild)

Getunt oder zu laut? Viele sind genervt von dem unnötigen Lärm der Autoposer. (Symbolbild)

Der Wettinger Gemeinderat hat eine Petition gegen Autoposer beantwortet – mit welchen Massnahmen die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal das Problem bewältigen will.

Petitionen gegen Autolärm haben sich in den letzten Monaten auf der Onlineplattform petitio.ch gehäuft. Auch eine Wettingerin hatte Ende August eine solche aufgeschaltet. Die ersten Tage schien diese aber nur auf wenig Resonanz zu stossen. Das änderte sich nach einem Artikel in der AZ. Am Ende unterschrieben 343 Personen die Petition, das nötige Quorum von 200 Unterstützenden wurde erreicht. Das Anliegen wurde an den Wettinger Gemeinderat weitergeleitet, dessen Antwort nun vorliegt.

In ihrer Petition hatte Christina Boesiger nicht nur mehr Polizeikontrollen gefordert, sondern auch Lärmblitzer. Noch fehlen aber die Gesetzesgrundlagen für den Einsatz solcher Geräte. Es gibt aber Lärmmessgeräte, die auf einem Display die Lautstärke anzeigen. Dies, ohne bei Grenzüberschreitungen eine Busse auszulösen. Für den Wettinger Gemeinderat sind diese aber eher kontraproduktiv: «Die Erfahrungen zeigen, dass die Wirksamkeit der Geräte nicht überall hoch ist und die Geräte offenbar zum Teil sogar schaulustige Fahrzeuglenker (Tuner) anziehen.» Einzelne Regionen der Schweiz hätten versuchsweise solche Geräte getestet.

Fachstelle Autotuning ins Leben gerufen

So zum Beispiel auf dem Stoss im st.-gallischen Altstätten. Bis Ende August wurde dort versuchsweise ein Lärmmessgerät aufgestellt, um den Auto- und Töfffahrern anzuzeigen, wie laut sie sind. Ein Anwohner äusserte sich gegenüber dem Ostschweizer Fernsehsender TVO aber kritisch dazu: Es sei zum einen für die Lenker schwierig, überhaupt die Anzeige zu sehen, zum anderen sei so mancher auch zurückgekehrt, um zu testen, ob es noch lauter gehe. Etwas, das wohl keiner tut, wenn dies tatsächlich eine Busse zur Folge hätte. Für den Wettinger Gemeinderat ist aktuell aber vor allem die Arbeit der Regionalpolizei wichtig: «Die Polizei setzt viel daran, die Störung der Bevölkerung durch Motorenlärm zu minimieren», schreibt er in seiner Antwort. Die Kantonspolizei habe ihre entsprechenden Kontrollen ebenso hochgefahren wie die lokal verankerten Regionalpolizeien. Die Repol Wettingen-Limmattal habe ausserdem zur Koordination und Qualitätssicherung eine eigene Fachstelle betreffend Autotuning ins Leben gerufen.

«Der hohe Kontrolldruck erzielt Wirkung»

Mit gezielten Schwerpunkt­aktionen und Verkehrskontrollen seien schon zahlreiche Auto­lenker wegen Verstössen gegen die Lärmvorschriften zur Anzeige gebracht worden. «Der hohe Kontrolldruck erzielt Wirkung, wird aber von der Bevölkerung oft zu wenig wahrgenommen», so der Gemeinderat. Die Beweissicherung sei nicht einfach, auch weil der Gesetzgeber relativ viel toleriere und viele dieser Sportfahrzeuge über typenkonforme Auspuffanlagen verfügen, welche die gesetzlichen Werte im Prüfmodus erfüllen. Und: «Die ganze Thematik ist nicht nur eine Frage der Gesetz­gebung und der Repression, sondern auch eine Frage der Persönlichkeiten hinter den Lenkrädern gewisser übermotorisierter Fahrzeuge.»

Das ruhige und friedliche Zusammenleben werde grösstenteils durch vernünftiges Verhalten der Verkehrsteilnehmer bestimmt, «oder eben durch entsprechend unvernünftiges Verhalten durch gewisse Fahrzeuglenker mit charakterlichen Defiziten gestört und beeinträchtigt».

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